Hamminkeln: Ringenberger schreibt Thriller über Meuterei im Gefängnis

Autor aus Ringenberg : Thriller über eine Meuterei im Gefängnis

Wolfgang Brunners neuer Roman „Pro-Gen“ ist erschienen. Das temporeiche Buch handelt von einer Meuterei in einem Gefängnis und deren Folgen. Im kommenden Jahr soll schon das nächste Buch des Ringenbergers herauskommen.

Neues aus seiner Ringenberger Autorenwerkstatt hat Wolfgang Brunner zu bieten. Der Vielseitige, der sich in Genres von Horror über Fantasy und Kindergeschichten tummelt, hat in seinem 18. Buch einen Besuch in einem Gefängnis verarbeitet.

„Ich hatte die Gelegenheit durch einen befreundeten Juristen bekommen. Der Gefängnisalltag hat mich interessiert, die Abläufe und das Gefühl, wie ein Tag weggesperrt hinter Mauern ist, haben mich nicht mehr losgelassen“, sagt Wolfgang Brunner. Eine dabei entstandene Idee auch nicht. Was wäre, wenn sich ein ungeheuerliches Ereignis in der geschlossenen Gefängniswelt abspielt? Die spannende Geschichte um eine Meuterei und die katastrophalen Folgen ist in „Pro-Gen“ nachzulesen. Wieder hat der Ringenberger sein Buch im Redrum Verlag veröffentlicht.

Was passiert? Um die überfüllten Haftanstalten des Landes zu entlasten, wird in einer Justizvollzugsanstalt ein Experiment an Häftlingen durchgeführt. Den Betroffenen wird das isolierte Gen der Progerie-Krankheit, das eine vorzeitige Alterung bewirkt, injiziert. Daraus resultierend altern die Häftlinge zehnmal so schnell als von der Natur vorgesehen und können die Anstalt schneller verlassen, um Platz für neue Gefangene zu machen.

Aber das Gen verursacht nicht nur einen schnelleren Alterungsprozess, sondern führt zu verstärkten Aggressionen der Inhaftierten. Als einigen Häftlingen die Flucht gelingt, bricht wenig später auf dem Anstaltsgelände eine Meuterei aus und das Gefängnis verwandelt sich in eine Hölle aus Blut und Gewalt.

Kaum zu glauben, dass ein harter Thriller im beschaulichen Haus in Ringenberg entstanden ist. Hier wohnt der Autor mit seiner Familie. Und hier hat er sein bücherbestücktes Büro, in dem er nicht nur Geschichten schreibt, in die er gerne lebenspraktisch philosophische Botschaften einwebt. Wolfgang Brunner ist ebenso kreativ wie produktiv. Anfang des Jahres hatte er mit „Scary Monsters“ eine Hommage auf alte Horrorfilme veröffentlicht, sein nächstes Buch wird ein Märchenroman und steht noch für das laufende Jahr in den Startlöchern.

Und nun die Gefängnis-Erfahrung als Besucher, diese Atmosphäre komprimiert er im Roman auf eine 24-stündige Handlung, in der schnell und ruhig abwechseln, um dem Leser „Verschnaufpausen“ zu gönnen. Da passt es sogar, von der wiedererwachten Liebe zwischen dem Gefängnisdirektor und seiner Frau zu berichten, die „zur falschen Zeit am falschen Ort“ ist.

Der Ringenberger Schriftsteller ist oft in schreiberischer Mission unterwegs, seitdem er im Redrum-Verlag eine langfristige Heimat gefunden hat. Dort übernimmt er auch Aufträge im Lektorat. Im neuen Verlag Puput Books, in dem bald sein Märchenbuch „Der König und der Schmetterling“ erscheint, bearbeitet er Manuskripte. Gerade erledigt hat Cineast Brunner einen Auftrag über acht Media-Booklets als Beilage zu DVDs, die bei Sammlern begehrt sind.

Im kommenden Jahr will er einen älteren Science-Fiction-Roman herausbringen. Außerdem hat er das Konzept für seinen nächsten Roman in der Schublade. Dabei will er in die Psyche eines Killers eintauchen. Aber: „Ich komme nicht zum Schreiben.“

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