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Hamminkeln: Neues Land-Café auf dem Alpaka-Hof

Hamminkeln : Neues Land-Café auf dem Alpaka-Hof

Ringenberg hat ein neues Kleinod im Schatten des Schlosses. Gabi und Wolfgang Rasim eröffnen ihr charmantes Café – und der gelernte Ingenieur wird zum Bäcker.

„Das alles ist wie von allein geschehen“, sagt Wolfgang Rasim und schmunzelt. Als er und sein Frau Gabi 2009 den ehemaligen Hof in direkter Nachbarschaft zum Schloss Ringenberg kauften, ahnten sie nicht, was sich bis heute entwickeln würde. Die Dinge geschahen, das stimmt, aber die Rasims haben gestaltet und Kreativität hineingesteckt, wenn sich eine Chance auf ihrem Alpaka-Hof auftat. Jetzt eröffnen sie ihr schmuckes Land-Café. Tische, Stühle und – wichtiges Accessoire in diesen Tagen – Sonnenschirme stehen schon vor dem attraktiven Eingang zur Scheune, in der sich Gastraum und Naturmode-Boutique befinden.

Am Freitag, 10. August, geht es um 11 Uhr los. Das Café ist dienstags, freitags und samstags von 11 bis 18 Uhr parallel zum Laden offen. Geboten werden Kuchen und Kaffee, hergestellt nur aus natürlichen und besten Zutaten. Hier backt der Chef selbst. Denn der gelernte Ingenieur und frühere Direktor der Thyssen-Stahlwerke, der zuständig für die gesamte Produktionsplanung war, hat sein Konditoren-Talent entdeckt. Und das ist eine Geschichte für sich.

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Die Gründung des Cafés hat mit den Alpakas zu tun, die sich auf der Wiese am Hof tummeln. 13 sind es zurzeit, die vier dieses Jahr geborenen kuscheligen Fohlen sind die Lieblinge der Besucher. Die Alpakas aus den peruanischen Anden liefern feine, seidige Wolle. Produkte daraus in einer Hofboutique anzubieten, war der nächstes Schritt.

Ökologische und nachhaltige Mode, auch aus anderen Stoffen, dazu Wohnaccessoires und Ganz-Jahres-Betten lockten immer mehr Kunden und Besuchergruppen auf das Gelände mit seinem charmant gestalteten Garten und dem gemütlichen Ambiente. Wer verweilt, möchte auch gerne rasten, zum Beispiel bei Kaffee und Kuchen. Wenn dann noch der Ingenieur den Spaß am Backen entdeckt, ist der nächste Schritt vorgezeichnet. „In einer Backzeitschrift hatte ich eine tolle Orangentorte entdeckt, die wollte ich unbedingt nachmachen. Schon beim ersten Mal gelang sie richtig gut“, erzählt Wolfgang Rasim. Später hat er sich persönlich von einem Fachmann coachen lassen. Der ist Trainer der deutschen Konditoren-Mannschaft. „Da habe ich viel gelernt“, sagt der Ringenberger. Auch, dass er auf schwere, buttercremige Torten lieber verzichtet. Mit 65 Jahren wird er nun für die Boutiquegäste backen, natürlich besagte Orangentorte, aber auch andere. „Aus der Leidenschaft zu backen wurde ein Traum. Aus einem Traum wurde Realität – unser kleines Land-Café. Wir legen höchsten Wert auf natürliche Rohstoffe, Qualität und Regionalität“, sagt er nun. Eben das, was zum Umfeld passt und zum dortigen Lebensstil.

Der Kaffee kommt aus der Privatrösterei Imping in Bocholt. Marzipan, Schokolade und Nougat stammen von der Traditionsmanufaktur Lubeca aus Lübeck. Eine Profi-Servierkraft sorgt für die zügige Bedienung.

Was die Rasims nicht schaffen, liefert die Landfrauen aus Marienthal an – und die sind bekannt für erstklassigen Kuchen nach Hausfrauenart.Vor der Giebelfassade der Scheune kann man gut sitzen. Bei schlechterem Wetter weicht man in die Scheune aus, die bestuhlt ist. Hier wurde zuletzt eine neue Decke eingebaut, was dem Raum eine gewisse Heimeligkeit verleiht.

„Ich bin froh, dass wir das Café jetzt bekommen. Man muss sich auf die Dinge einlassen“, sagt Wolfgang Rasim. Das müssen sich auch die Besucher, wenn die Sundheimer-Hühner auf der Wiese mit den Gästetischen picken. Die gefährdete Rasse lebt auf dem Hof im Schatten des Schlosses und soll hier frei herumlaufen können. Hund und Kater gehören auch zur Familie.

„Um die Alpakas muss ich mich auch kümmern, viel Arbeit, aber es macht Spaß. Besonders wenn ich an unser bildschönes kleines Stutenfohlen denke“, sagt Wolfgang Rasim.

Jetzt haben die Rasims mit dem Land-Café wieder etwas unternommen, um es den Gästen so schön wie möglich zu machen. Neue Arbeit, neuer Spaß.