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Hamminkeln: Neues Angebot für Kinder und Familien im Schloss Ringenberg

Neues Angebot für junge Familien : Auf Entdeckertour im Schloss Ringenberg

Stadtentdeckerin Ingeborg Deselaers-Pottgießer bietet neuerdings unterhaltsame Führungen für junge Familien im Schloss Ringenberg an. Anhand von Sprichwörtern lernen Kinder, wie der Alltag im 17. Jahrhundert ausgesehen hat. Was sie alles erleben können.

 Burgen und Schlösser haben gerade auch auf Kinder eine magische Anziehungskraft. Auch wenn es heute in vielen Familien nicht mehr selbstverständlich ist, Kindern Märchen vorzulesen, in denen anmutige Prinzessinnen, verwunschene Prinzen und garstige Ungeheuer in alten Gemäuern leben, schlafen oder auch ihr Unwesen treiben. Vor allem historische Prachtbauten, die über Waffenkammern, Thronsäle und Kerker verfügen und besucht werden können, lassen die Herzen von Kindergartenkindern und Grundschülern höher schlagen.

 Zwar kommt Schloss Ringenberg, Anfang des 13. Jahrhunderts als Wasserburg durch die Herren von Dingden im sumpfigen Morast der Isselniederung errichtet, der Vorstellung eines Märchenschlosses schon recht nahe, doch präsentieren sich die Innenräume vergleichsweise unspektakulär: Keine alten Truhen und Schränke, keine Wandteppiche, keine Ritterrüstungen, Morgensterne oder Schwerter. Doch mit der Kraft der Fantasie kann man sich durchaus vorstellen, wie das Leben in dem Wasserschloss einst ausgesehen haben könnte. Hilfestellung, um in die Welt des 17. Jahrhunderts einzutauchen, gibt seit kurzem Ingeborg Deselaers-Pottgießer, ihres Zeichens Stadtentdeckerin.

 Dieses Bild von Schloss Ringenberg gehört zu einem Spiel, das die Kinder während der Führung unterhalten soll.
Dieses Bild von Schloss Ringenberg gehört zu einem Spiel, das die Kinder während der Führung unterhalten soll. Foto: Klaus Nikolei
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 Nachdem unsere Redaktion über die Unternehmensgründerin vom Weseler Fusternberg berichtet hatte, nahm Claudia Bongers, Geschäftsführerin des Kunst- und Kulturortes Schloss Ringenberg, Kontakt mit der 53-jährigen Jungunternehmerin auf. Schnell waren sich die beiden Frauen einig, künftig Schlossführungen für Kinder im Alter von fünf bis zehn Jahren anzubieten (siehe Infobox).

 Wobei Ingeborg Deselaers-Pottgießer in diesem Zusammenhang gerne zugibt, dass sie beim ersten Besuch schon ein wenig ins Grübeln gekommen ist. „Aus Sicht eines Kindes gibt es da zunächst wenig Spektakuläres: kein Spiegelsaal, keine Leuchter, keine Gobelins, keine Möbel.“ Entsprechend schwer hat sich die Stadtentdeckerin bei der Konzeptentwicklung getan. Bis ihr Mann meinte: „Du solltest langsam mal einen Zahn zulegen, damit du fertig wirst.“ Das war für sie die Initialzündung. „Dieses Sprichwort mit dem ,Zahn zulegen‘, stammt aus den Zeiten, als Kessel über dem Feuer mit Hilfe der Kaminsäge tiefer gehängt wurden, damit sie heiß wurden. Da war mir klar, dass ich die drei Räume im Schloss – den Ritter-, den Wappen- und den Ofensaal – mit Leben füllen muss.“

Und das tut sie, indem sie Redewendungen und Sprichwörter vorstellt und dazu passende Gegenstände präsentiert. Die hat sie sich anfertigen lassen, selbst gebastelt oder auf Flohmärkten zusammengetragen. Im Rittersaal beispielsweise zeigt sie Dinge des täglichen Lebens wie beispielsweise eine Maurerkelle. Und sie erklärt ihren jungen Zuhörerinnen und Zuhörern, woher die Redewendung „Pünktlich wie die Maurer“ kommt. Im Ofensaal geht es unter anderem um Tischmanieren und woher der Ausdruck „Die Tafel aufheben“ kommt.

 Die jungen Besucher können dieses Holzpuzzle zusammensetzen.
Die jungen Besucher können dieses Holzpuzzle zusammensetzen. Foto: Klaus Nikolei

Außerdem berichtet sie, dass in früheren Zeiten kostbares Glas in mit Butter gefüllten Fässern transportiert wurde, damit es nicht zerbricht. Und im Wappensaal wird das Geheimnis gelüftet, warum es heißt „Spinnen am Morgen bringt Kummer und Sorgen“ und warum das Spinnen am Abend ein Zeitvertreib war. „Ich erkläre auch, dass alles das, was ich da über das Leben im 17. Jahrhundert erzähle, so nicht unbedingt im Schloss stattgefunden hat, aber typisch für die damalige Zeit war“, sagt die Stadtentdeckerin. Zu der Führungen gehören übrigens auch allerlei (Ausmal-)Spiele.

Eine ganz besondere Schlossführung bei Kerzenschein, die auch etwas länger dauert und an der auch Erwachsene teilnehmen können, findet am 31. Oktober um 17.30 Uhr statt (Anmeldung: stadtentdecker-wesel.de). Nachdem Ritter-, Wappen- und Ofensaal in Beschlag genommen wurden, gibt es einen Apfelpunsch und Deselaers-Pottgießer erzählt Märchen – in denen anmutige Prinzessinnen, verwunschene Prinzen und garstige Ungeheuer, die in Burgen und Schlössern leben, schlafen oder ihr Unwesen treiben, die Hauptrollen spielen.