Hamminkeln: Mitarbeiter der Firma Borgers kämpfen um ihre Arbeitsplätze

Plakataktion in Dingden : Borgers-Mitarbeiter geben nicht auf

Unbekannte haben in einer Nacht- und Nebel-Aktion ein Banner aufgehängt. Darauf ist zu lesen: „Wir sind Dingden!!!“ Mit dieser Aktion kämpfen die Mitarbeiter des Autozulieferers um ihre Jobs. Denn das Werk soll geschlossen werden.

Nein, sie wollen nicht wie die Schafe zur Schlachtbank geführt werden – die 350 Mitarbeiter des Dingdener Borgers-Werks kämpfen weiter um ihre Arbeitsplätze. In einer Nacht- und Nebel-Aktion haben Unbekannte nun ein großes Banner am Zaun des Werks an der Straße Ißhorst angebracht, um ihrem Arbeitskampf Aufmerksamkeit zu verschaffen. „Wir sind Dingden!!!“ steht in großen Lettern auf dem Banner. Ein Spruch, den sie bereits beim Warnstreik der Industriegewerkschaft (IG) Metall am 7. Februar auf die Straße trugen.

„Not amused“ sind die Borgers-Mitarbeiter auch über die Aussagen, die Geschäftsführer Werner Borgers bei seinem Gespräch mit den Fraktionsspitzen im Hamminkelner Rathaus getätigt hat. Da es zu dem Zeitpunkt weder zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung noch zwischen IG Metall und Arbeitgeberverband zu Verhandlungsgesprächen gekommen sei, solle sich auch die Geschäftsführung der Firma Borgers nicht aus dem Fenster lehnen und von einer „unumgänglichen Schließung“ reden, so Betriebsrat Roger Wilting.

Offen sind die Themen Standortfrage, Interessenausgleich beziehungsweise Sozialplan auf betrieblicher Ebene, und die tarifliche Seite bezüglich Sanierungstarifvertrag. Borgers solle sich erstmal auf die Gespräche und Verhandlungen mit der IG Metall und dem Betriebsrat konzentrieren, „um mit den Worten und dem Slogan ,Wir’ und ,Wir sind eine Familie’ Lösungen zu finden“, sagt Robert Wilting. Werner Borgers hatte in dem Gespräch erläutert, dass das Dingdener Werk seit einigen Jahren Verluste eingefahren habe und deshalb geschlossen werden müsse, um den Rest der Unternehmensgruppe nicht zu gefährden.

„Wir sind noch nicht im Verhandlungsstadium, sondern erst im Informationsstadium“, sagt der erste Bevollmächtigte der IG Metall Bocholt, Hans-Joachim Hebing. Zur Zeit läuft eine Mitgliederbefragung, die bis zum Samstag abgeschlossen sein soll. Die Gewerkschaft hätte gerne das Mandat, um mit der Geschäftsführung Verhandlungen um die Zukunft des Dingdener Werks und dem Erhalt der Arbeitsplätze aufnehmen zu können.

(auf)