Hamminkeln: Mehrhooger Modellbauer im TV-Duell

Hamminkeln : Mehrhooger Modellbauer im TV-Duell

Wer gewinnt, der Doppeldecker Fokker D VII von Vater und Sohn Major aus Hamminkeln oder die britische Bristol Scout? Das entscheidet sich am heutigen Mittwoch beim Fernsehsender DMAX.

Die deutsche Fokker D VII und die britische Bristol Scout lieferten sich im Ersten Weltkrieg erbitterte Luftkämpfe. Am heutigen Mittwoch leben diese Duelle um 20.15 Uhr bei DMAX wieder auf. Allerdings in einer friedlichen Version. Denn dann steigen die Modellbauer Thore und Guido Major aus Mehrhoog in den Ring gegen den erfahrenen Scale-Modellbauer Detlef Seving.

Viereinhalb Monate und 500 Arbeitsstunden haben Guido Major und sein 16-jähriger Sohn Thore in die Fokker D VII in ihrem Werkstattkeller investiert, um dem Original aus dem Jahr 1918 möglichst nahe zu kommen. Das flog damals der Jagdflieger Wilhelm Leusch aus Neuss, hat Guido Major im Internet recherchiert. „Das war ein ganz normaler Jagdflieger“, weiß der 51-jährige Polizist. Aber mit einem Hang zur Individualität. Den Drachen, den der Nachbau ziert, gab es auch im Original: „Den hat Leusch aus einem Zirkusplakat ausgeschnitten“, weiß der Polizeibeamte zu berichten.

Für ihn ist der Doppeldecker „gelebte Geschichte“. Dafür hat er eine Schwäche. Deshalb war es der Ehrgeiz des Vater-Sohn-Gespanns, die Fokker möglichst originalgetreu im Maßstab 1:3 nachzubauen. Allerdings erreicht der Doppeldecker mit einer Spanbreite von drei Metern nicht die Geschwindigkeit des Originals mit 200 Kilometern pro Stunde, sondern kommt auf 70 bis 80, wenn die Majors sie auf dem Platz des Flugmodellsportvereins Dingden fliegen, wo die beiden – wenn das Wetter stimmt – fast jedes Wochenende zu finden sind.

Die Modellflieger haben den Mehrhooger schon als Kind fasziniert, vielleicht „weil die älteren Leute immer über die Luftschlachten über den Dörfern hier zum Ende des Zweiten Weltkriegs erzählt haben“. Dass ein Freund seines Vaters selbst Modellbauer war und ihm dieses Hobby zeigte, hatte Major dann „komplett infiziert“. So wie er seine Leidenschaft an seinen Sohn weitergab.

Guido Major mit seiner Fokker VII Modellbauflugzeug Hamminkeln Mehrhoog DMAX. Foto: Svenja Aufderheide

Gibt es auch andere Hobbys? „Nein, eigentlich nicht.“ Und warum haben sie sich für das Modellbau-Duell beworben? „Aus Spaß.“ Na gut, dass sie für die Fokker vom Sender ein Budget zur Verfügung gestellt bekommen haben, war ein nettes Zubrot. Denn so um die 4000 bis 4500 Euro haben sie in das Flugzeug gesteckt, und „all zu oft können wir so etwas nicht machen“. Heute Abend ab 20.15 Uhr wird sich dann klären, ob die beiden Mehrhooger das Modellbau-Duell gegen Detlef Seving gewonnen haben.

(auf)
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