Hamminkeln: Loikum jubelt über europäischen Dorfpreis

Hamminkeln : Loikum jubelt über europäischen Preis

Beim 15. Dorfwettbewerb „Weiter Denken“ ist der Hamminkelner Ortsteil ausgezeichnet worden. Das wurde in der Bürgerhalle jetzt offiziell und feierlich verkündet.

Die Dorfgemeinschaft Loikum hat nach der Auszeichnung als Silber-Dorf nun auf europäischer Ebene gewonnen. Als einziges Dorf aus NRW und im Wettbewerb mit 22 Konkurrenten aus Deutschland, Polen, Tschechien, Italien, Belgien, Ungarn und Österreich ist Hamminkelns Ortsteil mit dem „Europäischen Dorfpreis für eine ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität“ ausgezeichnet worden. In der Rubrik wurden 13 Dörfer geehrt. Veranstalter ist die „Europäische ARGE Landentwicklung, Dorferneuerung“.

Dem AK Europa in der Dorfgemeinschaft gelang es tatsächlich, den Erfolg im Dorf geheimzuhalten. Bis Montagabend. Da strömten die Loikumer in die Bürgerhalle zur Preisverkündung und freuten sich riesig. Weil man pragmatisch die Feier auf den Übungsabend des Blasorchesters gelegt hatte, gab es auch gleich den passenden Tusch dazu. Der von einer anderen Sitzung herbeigeeilte Bürgermeister Bernd Romanski freute sich mit.

„Die höchste Auszeichnung, die Loikum je erfahren hat“, bekannte Moderator Thomas Wingerath. In seiner Rede, in der er die aktuellen Asyl-Auseinandersetzungen in Europa streifte und sich zur EU bekannte, unterstrich er, wie wichtig es sei, junge Leute für Loikum zu interessieren und zu bewegen, ihren Lebensmittelpunkt im Dorf zu erhalten. Ihr Interesse hätten die jungen Loikumer auch beim Dorfwettbewerb dokumentiert. Deshalb gehe es bei einer nachhaltigen Entwicklung um Wohnangebot ebenso wie um Anschluss an die Datenautobahn oder reges Vereinsleben.

Legende ist mittlerweile das Glasfasernetz, das bereits 2013 in Eigeninitiative und -leistung im ganzen Dorf installiert wurde. Dadurch wurden vor Ort hochwertige Arbeitsplätze gehalten und geschaffen. Homeoffice für global operierende Unternehmen, während andere auf dem Land davon träumen, 2025 ans Netz gehen zu können – Loikum hat gezeigt, dass es besser geht. Ebenso beeindruckend ist die vorausschauende Art der Loikumer insgesamt. Sie starteten 2003 ihren Entwicklungsprozesse mit Instrumenten wie Zukunftswerkstatt und auch unter Zuhilfenahme externer Berater. Bürgerbus mit 50 Ehrenamtlichen, Energieautarkie, Markttag, gepflegtes Ortsbild und Vereinsleben mit 19 Gruppen oder Vereinen waren weitere Pluspunkte im Wettbewerb.

„Eine große Ehre fürs Dorf, wir sind sehr glücklich“, betonte Theo Büning vom AK Europa. Mit dem Preis habe man nicht gerechnet. Das Ergebnis ist gut fürs dörfliche Selbstbewusstsein und Motivation, die Entwicklung für einen attraktiven Ort weiterzutreiben. Kaufen kann sich Loikum nichts für den Preis, er ist nicht dotiert. Im Gegenteil: 1800 Euro Teilnahmegebühr waren fällig, im Dorf wurde über die Sinnhaftigkeit der Teilnahme debattiert.

Besonders gelobt wurde das offene Ohr der Stadt, die dabei half, Sponsoren für die Gebühr bei den örtlichen Banken zu finden. Als das gelungen war, ging es an die Arbeit, sich für den Besuch der Wettbewerbskommission vorzubereiten. Dass die Loikumer Präsentationen können, wurde dann in der Bürgerhalle und beim Rundgang mit der Delegation deutlich.

Offiziell haben die Loikumer die ehrenvolle Auszeichnung mit dem Europa-Preis noch nicht in der Hand. Sie wird im September in Fließ in Tirol überreicht, dem Sieger von 2016. Den diesjährigen ersten Platz hat Hinterstoder in Oberösterreich geholt. Weitere Plätze wurden nicht vergeben.

Mehr von RP ONLINE