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Hamminkeln: Konzert des Kammerchors "Cantare et Sonare" in Marienthal

Kammerchors „Cantare et Sonare“ : Passionskonzert füllt die Klosterkirche Marienthal

Kammerchor Cantare et Sonare mit Gästen – ein Abend mit einem vielfältigen, aber langen Programm

Zum Benefiz-Passionskonzert des Kammerchors „Cantare et Sonare“ füllte sich die Klosterkirche Marienthal gut. Das Publikum bekam ein sowohl geografisch als auch chronologisch bunt gemischtes Programm zu hören: Von der spanischen Motette aus der Übergangszeit zwischen Renaissance und Barock bis zur deutschen Improvisation für Saxofon und Orgel hatte sich der Leiter des Konzerts, Willem Winschuh, für die verschiedenen Stationen der Passionsgeschichte allerlei einfallen lassen.

Mit zwei Motetten von Heinrich Schütz begann das Konzert: Gleich sechsstimmig ging es mit „Das Wort ward Fleisch“ los. Zunächst musste sich der Chor wohl noch an die räumlichen Verhältnisse gewöhnen, aber die Intonation wurde im Verlauf des Konzerts besser. Mit ihrer klaren, flexiblen Sopranstimme überzeugte Mirjam Hardenberg im „Gebet“ von Gabriel Fauré ebenso wie später in der sehr anspruchsvollen Partie der Vertonung des 130. Psalms von Willem Winschuh.

Dass Anton Bruckner dem Kammerchor „Cantare et Sonare“ wohl mehr liegt als Heinrich Schütz, erwies sich in seiner kurzen Motette „In monte Oliveti“. Drei Improvisationen für Saxofon und Orgel schlossen sich an: Den Titeln „Verurteilung“, „Verspottung“ und „mit Dornen gekrönt“ wurden zwei bekannte Passionschoräle zur Grundlage der Improvisationen gelegt.

Dass Mirjam Hardenberg nicht nur Sängerin, sondern auch studierte Cellistin ist, war beim „Cantabile“ von Willem Winschuh zu bewundern. Der junge Organist Benedict Jaeger zeigte zum Ende des Programmblocks „Der Tod des Erlösers“ mit Variationen über „Da Jesus an dem Kreuze stund“ von Samuel Scheidt sein Können.

Mehr als anderthalb Stunden ohne Pause auf nicht übermäßig bequemen Kirchenbänken: Da kam so mancher Zuhörer an seine Grenzen, so dass nach etwa einer Stunde die ersten Konzertbesucher mehr oder weniger geräuschlos die Klosterkirche verließen.

Und so abwechslungsreich die Programmgestaltung auch war, wäre weniger in diesem Fall vielleicht mehr gewesen. So fragte sich mancher, ob das Adagio von Albinoni nun so konstitutiv für das Programm war – insbesondere auch, weil das Vertrauen der Ausführenden Dave Tchorz und Willem Winschuh in die Qualität des Stücks offenbar nicht allzu groß war: Ob die „Verbesserungen“ an der Melodieführung wirklich welche waren, da kann man geteilter Meinung sein.

(cbr)