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Hamminkeln: Kita Arche Noah verabschiedet langjährige Leiterin

Tagesstätte in Hamminkeln : Kita Arche Noah verabschiedet Steuerfrau

Nach 21 Jahren Leitung verabschiedet sich Liane Wierz-Schöbel von der Kindertageseinrichtung in Hamminkeln.

Jetzt heißt es „Leinen los“. Das ist im doppelten Sinn gemeint. Denn Liane Wierz-Schöbel wird jetzt loslassen müssen, persönlich und nach fast 40 Jahren im Beruf und nach 21 Jahren als Leiterin endet ihr gewohntes Leben in und mit der Kindertagesstätte Arche Noah an der Diersfordter Straße.

„Bereit für neue Abenteuer“ raten ihr deshalb ihre Kolleginnen auf der Einladung zur Abschiedsveranstaltung am 27. März. Die gebürtige Gindericherin denkt heute mit ein bisschen Wehmut daran und sagt: „Dieses Haus ist mir ans Herz gewachsen.“ Aber sie freut sich auch auf die Möglichkeiten, die ihr der Vorruhestand verheißt. Künftig steht ihre Kollegin Maria Lemmen am Steuer der Arche Noah.

Als die Erzieherin in Hamminkeln anfing, war der Kindergarten noch im Keller der Grundschule untergebracht. Der Bedarf für eine neue Einrichtung in der wachsenden jungen Stadt war da. Und Pastor Peter Bosmann fand, dass sich die katholische Kirche als Träger engagieren solle. Die Arche Noah ließ die Leinen los im August 2000 und war an der Diersfordter Straße so etwas wie eine Oase. Drumherum gab es noch keine Wohnbebauung. Die kam später, dann aber gewaltig. „Über die Leitung hatte ich nicht nachgedacht, dann kam es aber schnell dazu“, erzählt Liane Wierz-Schöbel. Agil, positiv und voller Energie, wie sie ist, machte sie sich ans Werk. Sie blieb stets wohnhaft in Ginderich, Hamminkeln gefiel ihr aber zunehmend. „Die Stadt bietet viel, aber sie hat noch Dorfcharakter“, sagt sie.

Die Kita war von Anfang an gefragt. Heute sind sieben Fachkräfte und eine Hauswirtschafterin an Bord. 47 Kinder werden in zwei altersgemischten Gruppen (zwei bis sechs Jahre) in der Einrichtung betreut, die hell und geräumig ist und über eine vielseitig zu bespielende Außenfläche verfügt. Selbst die Reserveplätze sind belegt, dennoch gibt es eine Warteliste. Die pädagogische Entwicklung und die veränderte Anspruchshaltung der Eltern verlangt viel Einsatz von den Erzieherinnen. Dazu ist kürzlich die Ausweisung als Familienzentrum gekommen.

Liane Wierz-Schöbel hat ihre Arbeit immer gerne gemacht, was sie auch auf das gute Team zurückführt. Kita-Erzieherin sei auch ein stressiger Job, man müsse neben Engagement bereit sein, Verantwortung zu übernehmen. Doch die Kinder geben viel zurück. „Sie machen sich viele Gedanken, warum ich gehe, und hatten schon tolle Ideen, die mich zum Bleiben animieren sollten“, sagt die Leiterin und lacht.  Sie wird die Kinder vermissen, nicht aber die Dinge, die ihr viel Zeit für die Kernarbeit genommen haben – Bürokratie, Dokumentation, Datenschutz, Statistiken. Auch die Elternarbeit hat sich gewandelt. Der Kita wird mehr Erziehungsarbeit als früher abverlangt, und familientherapeutische Belange spielen eine größer Rolle.

Apropos Rolle: Liane Wierz-Schöbel will erst zu Hause in ihrer neuen Freiheit ankommen, dann aber gerne zur neuen Theatergruppe in der alten Gindericher Grundschule stoßen.  Mehr Sport, Reisen, die Familie – das sind auch ihre Themen. „Ich habe kein Hobby, mein Beruf war mein Hobby. Ich gehe mit einem guten Gefühl, das Haus steht auf festen Füßen“, sagt sie.