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Hamminkeln: Internationales Modelabel NA-KD plant Standort ab 2023

Soll schon 2023 in Betrieb gehen : Internationales Modelabel plant Standort in Hamminkeln

Das schwedisches Unternehmen NA-KD will auf einer großen Fläche direkt nördlich der A 3 ein Logistikzentrum bauen. Gegen die Pläne regt sich großer Widerstand, noch bevor die Politik darüber tagt. Worum es bei der Kritik geht.

Das Unternehmen NA-KD produziert Bademode, Damenbekleidung und Dessous sowie Damenunterwäsche. Die Marke wurde in Schweden gegründet und expandiert derzeit in Deutschland. Auf der Suche nach einem neuen Standort sind die Skandinavier auf Hamminkeln gekommen. Die Stadt hat interessante Flächen an der Autobahnauffahrt zur A 3 direkt am Ortsrand zu bieten. Die Lage hat schon mehrere Firmen interessiert, zuletzt war Party Rent aus Bocholt interessiert, doch die Corona-Pandemie funkte in die Pläne.

Nun versucht es das Modelabel NA-KD, dessen Pläne jetzt erstmals öffentlich werden. Die Kritik folgt prompt, weil die Schweden das komplette zur Verfügung stehende Areal für logistische Zwecke haben wollen. Dagegen wendet sich Roland Albers, einst Ortsverbandschef und sachkundiger Bürger der CDU Hamminkeln, aber im Oktober aus Partei und Politik ausgestiegen.

Um was geht es eigentlich? Am 25. November tagt der Ausschuss für Umwelt, Planung und Stadtentwicklung. Daraus stammen die Informationen, auf die sich Albers bezieht. Im ersten Tagesordnungspunkt geht es um die „Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes für den Bereich nördlich der Autobahnanschlussstelle zum Zwecke der Ansiedlung eines gewerblichen Unternehmens“. Gemeint ist NA-KD. Die Modemacher bedienen sich des Projekt- beziehungsweise Standortentwicklers Catella, welcher den Standort planerisch und baulich entwickeln und anschließend NA-KD zur Verfügung stellen soll. Schon im Juni 2023 soll der Standort in Betrieb gehen. Da ist Eile angesagt, sprich das Planverfahren muss möglichst zügig eingeleitet werden. Von der Zahl der entstehenden Arbeitsplätze, sonst bei Ansiedlungen gerne genannt, ist aktuell keine Rede.

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Aufgrund der Größe und des damit verbundenen Flächenbedarfs kommt als konkreter Ansiedlungsstandort eben wegen der Flächenverfügbarkeit nur der Raum nördlich der Autobahnabfahrt in Betracht. Das Unternehmen will sich gleich den ganzen Happen schnappen, denn die gesamte dort verfügbare Fläche von rund zehn Hektar braucht sie komplett. Der Standort soll dort in zwei Bauabschnitten entwickelt werden.

Politisch müsste der Fachausschuss im ersten Schritt einen sogenannten Aufstellungsbeschluss fassen. Der ist Grundlage für weitere Planungen. In diesem frühen Stadium kommt Albers ins Spiel. „Nun will ein schwedisches Unternehmen mit Waren aus China und der Türkei durch einen französischen Investor hier die komplette Fläche in Anspruch nehmen. Ist dies sinnvoll?“, fragt er, um die Antwort selbst zu geben: „So ist die Fläche für lokale Unternehmen schon wieder weg. Wird dieses Unternehmen jemals Gewerbesteuern in Hamminkeln zahlen? Wozu stellen wir dann einem Mieter wie NA-KD so viel von unserem wertvollen Land zur Verfügung? Was passiert, wenn der, so wie jetzt von den Niederlanden nach Hamminkeln, später mal weiter durch Europa zieht?“

Das ehemalige Ratsmitglied beklagt vor allem das Tempo. Viele Fragen müssten betrachtet und entschieden werden. Albers: „Aber dazu soll keine Zeit sein. Wir lassen uns durch vorhabenbezogene Bauplanungen am Nasenring durchs Dorf ziehen, anstatt selbst die Herde anzutreiben.“ Denn in ihrem Beschlussvorschlag schlägt die Verwaltung der Politik vor, dass diese schon jetzt dem Rat empfiehlt, „den Aufstellungsbeschluss für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 21 zu fassen“.