Hamminkeln: In Mehrhoog und Brünen befreien Bürger die Dörfer von Müll

Umweltaktionen in Brünen und Mehrhoog : Erfreulich: „Der Müll wird weniger“

Bei einer Ortsreinigung in Brünen machten Helfer positive Erfahrungen. Auch in Mehrhoog war die Bereitschaft groß.

Bürger in Brünen und Mehrhoog haben jetzt wieder ihre Dörfer von Unrat befreut.

In Brünen war die Aktion am Samstag ein Erfolg. Am Marktplatz wurden die Helfer in Gruppen aufgeteilt und schwärmten aus. Trotz des stürmischen Wetters erlebte die Aktion des Vereins „Bürger für Brünen“ einen großen Andrang: Vom Senior bis zur Familie mit kleinen Kindern war alles vertreten. Viele sind schon seit mehreren Jahren dabei. Mit Müllsäcken, Eimern, Müllzangen und Handschuhen bewaffnet machten sich die Helfer mit Unterstützung durch Kräfte der Bundeswehr auf in verschiedene Bezirke des Dorfes und sammelten alles ein, was ihnen vor die Zange kam: Luftschlangen der Karnevalstage, Plastikverpackungen, Zigarettenkippen und vieles mehr. Achim Krusdick, Mitglied im Bürgerverein, weiß: „Auch Hundekotbeutel werden einfach so entsorgt, zum Glück aber selten größere Müllladungen.“

Er hat beobachtet: „Auf den Wegen zu Veranstaltungsorten wie die Reithalle, wo das Schützenfest gefeiert wird, liegt mehr. Da laufen die Gäste zur Feier oder zurück nach Hause und schmeißen ihren Abfall dorthin.“ Er arbeitete sich mit seiner Gruppe an der Grundschule entlang bis zum Sportplatz vor. Seine Frau Edith, die die Aktion schon jahrelang tatkräftig unterstützt und mit ihrer Truppe zum Ortsausgang in Richtung Wesel unterwegs war, berichtet Erfreuliches: „Der wird Müll weniger.“ Eine positive Tendenz – offensichtlich scheint die Arbeit der fleißigen Helfer Früchte zu tragen.

Gesa Hecheltjen, die sich mit ihrer Mutter Helli der Gruppe von Edith Krusdick angeschlossen hatte, betonte, dass es nicht allein darum gehe, den Müll nur aufzusammeln: „Natürlich mache ich das auch, weil ich hier wohne und es mein Zuhause ist. Aber ich möchte so auch darauf aufmerksam machen, dass Müll auf der ganzen Welt ein Problem ist. Man muss den hingeworfenen Müll nicht nur aufsammeln, sondern ihn auch grundsätzlich vermeiden.“

Auch in Mehrhoog war die Aktion „Sauberes Dorf“ am Samstag ein voller Erfolg. Organisatoren waren dort der Bürgerschützenverein (BSV) und der Bürgerverein. Trotz nordisch steifer Brise folgten gut 50 Bürger dem Aufruf „Wir machen unser Dorf sauber!“ und trafen sich auf dem Dorfplatz und am Bürgerverein. Mit dabei waren neben Mitgliedern von BSV und Bürgerverein auch Vertreter der Stadt und viele engagierte Bürger: Alteingesessene „Ur-Mehrhooger“, Zugezogene und auch einige Neu-Mehrhooger, die aus Syrien stammen. Besonders freuten sich die Organisatoren, dass zahlreiche Kinder an dem extra für sie erdachten Rahmenprogramm teilnahmen.

Auf der Wegstrecke waren knapp 50 geheimnisvolle Schatzkartenteile versteckt, die zusammen mit dem Müll eingesammelt werden mussten. Dank der Kinder-Arbeitshandschuhe, die großzügig von den Baumärkten Hellweg in Bocholt und Borgers in Rees gespendet wurden, waren alle kleinen Müll-Sheriffs begeistert unterwegs und niemand musste sich für die gute Sache „die Hände schmutzig machen“. Insgesamt waren fünf Gruppen in Mehrhoog unterwegs, um Straßen, Wege und Plätze vom Müll zu befreien. Der wohl außergewöhnlichste Fund waren ein paar Auto-Stoßdämpfer. Wie die Helfer feststellten, gibt es trotz aufgestellter Kotbeutel-Stationen und Mülleimer noch immer zu viele Hundehalter, die die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner nicht beseitigen oder diese samt Beutel in die Rabatte werfen. Zum Teil hingen gefüllte Kotbeutel auf „Wurfhöhe“ in den Hecken. Zum Abschluss trafen sich alle Teilnehmer an der Karlstraße zu einer kleinen Mahlzeit. Die Lebensmittel wurden gespendet von den Supermärkten Edeka Komp und Rewe Köster.

(MH)
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