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Hamminkeln: Helfen Gießpaten gegen die Trockenheit der Bäume?

Trockene Bäume in Hamminkeln : Baum sucht Gießpaten

Der März war so trocken wie nie, und immer häufiger macht Dürre auch den Hamminkelner Bäumen zu schaffen. Im Bauausschuss ging es um einen Antrag, Bäume mit Bürgerhilfe vor dem Vertrocknen zu retten.

Alte, große Bäume haben etwas Mythisches. Deshalb sind die Menschen oft sehr aufmerksam, wenn irgendwo die Säge kreischt und das Grün dezimiert wird. In Zeiten des Klimawandels gibt es auch andere Faktoren, die den Blickwinkel der Baum-Freunde ändern. Langanhaltende Trockenheit, manchmal regelrechte Dürre macht dem Bestand in der Flächengemeinde Hamminkeln zu schaffen und zwingt die Stadt dazu, ordentlich zu wässern.

Das macht Arbeit, kostet Zeit und Geld. 8000 Bäume stehen im Register der Stadt, mit den Kräften des Bauhofs ist das ständige Wässern in dürren Zeiten nicht zu schaffen. Die FWI beantragte nun im Bauausschuss Gießpatenschaften für städtische Bäume zu vermitteln. Im Ausschuss voller Baumfreunde war das ein einsichtiges, aber auch umstrittenes Thema. Denn regelmäßiges und nachhaltiges Gießen bedeutet viel Aufwand, und davon bliebe viel bei der mit ihren Aufgaben ausgelasteten Verwaltung hängen. Auch mit Patenschaften.

Gegen die Stimmen von FDP und USD wurde immerhin ein Einstieg ins Thema gefunden, ob die Mehrheit auch im Rat hält, bleibt abzuwarten. Die Stadt soll zu bürgerschaftlichem Engagement anreizen und erste Schritte einleiten für Pflege- und Gießpatenschaften von städtischen, öffentlichen Pflanzbeeten und Bäumen. Solche Aktionen hatte es in verschiedenen Hamminkelner Ortsteilen schon gegeben, die Erfahrungen sind zwiespältig. Manche Aktionen für Bäume liefen längerfristig, andere schliefen ein. Dazu kommt der Aufwand für die Verwaltung. In Mehrhoog etwa hatte es mit bürgerlicher Gießbereitschaft schon früher wenig dauerhaft gute Erfahrungen gegeben. „Die Frage ist, ob das Patenschaftssystem nachhaltig und regelmäßig funktioniert. Und ob richtig gegossen wird“, sagte Bürgermeister Bernd Romanski. Der Hinweis kam auf, ob eine entsprechende App bei der Erfassung eingesetzt werden sollte und könnte.

  • Foto: Karolane Lapointe Champagne/Getty Images/iStockphoto
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Michael Möllenbeck (SPD) fand die Baumpatenschaften gut, wollte das System direkt auf Pflanzenbeete und „Begleitgrün“ ausdehnen, von denen es in seinem Heimatdorf Mehrhoog einige gibt. Vorstandsbereichsleiter Bernhard Payer sagte, dass es schon heute hilfsbereite Bürger fürs Gießen gebe, aber es im Außenbereich viele Bäume stehen, die in Trockenzeiten Gießhilfe bräuchten, aber keine bekommen. Da sind Paten jedenfalls fern. Wo und was tun – das blieb im Ausschuss umstritten. Bernfried Schneiders (FDP) lehnte es ab, städtisches Personal mit zusätzlichen Aufgaben zu binden. Erwin Meyer (CDU) fragte nach einem „Obolus“ für mögliche Baumpaten. Johannes Flaswinkel (Grüne) fand es, „positiv was zu tun“, will aber erst die Bäume im Innenbereich in den Blick nehmen, um den Aufwand begrenzt zu halten.

Bleibt also insgesamt, mehr bürgerschaftliche Gießpaten zu gewinnen. Die Stadt urteilt im Vorfeld, dass durch bürgerschaftliche Hilfe verhindert werden könnte, dass vor allem kleinere Bäume absterben und aufgrund von Trockenheit gefällt werden müssen. Also Gewächse, die nicht von städtischen Gießeinsätzen erreicht werden. Der Gesamtbilanz fürs grüne Hamminkeln täte ehrenamtlicher Einsatz also gut.

(thh)