Hamminkeln: Heimatverein Ringenberg feiert Geburtstag

Heimatverein feiert Geburtstag : 40 Jahre im Einsatz für Ringenberg

Der Heimatverein feiert mit Mitgliedern am Sonntag. Seine nächste Aktion ist die große Umfrage zur Wohnbebauung im Dorf. Anfang Oktober soll der Bedarf erkundet werden.

Am 15. September 1978 wurde der Heimatverein Ringenberg gegründet. 40 Mitglieder waren es damals, heute sind es knapp über 200. Seit 40 Jahren ist auch Christof Schmidt-Rotthauwe der Vorsitzende. Viele Aktionen haben er und engagierte Mitglieder durchgeführt. Nicht alles hat sich durchgesetzt und erhalten, was angepackt wurde. Aber viel ist geschehen, um Ringenberg voranzubringen. Neue Ideen braucht das Dorf auch heute. Jetzt startet zum Beispiel eine große Umfrage, um den Wohnbedarf zu erkunden. Das gilt als Basis dafür, damit die Stadt planen kann. Junge Ringenberger sollen im Dorf gehalten werden, damit es nicht überaltert.

Für Dienstag, 9. Oktober, ist eine Bürgerversammlung zum Thema im Gasthof Buschmann geplant. Die Umfrageaktion soll auf breite Resonanz stoßen, dafür wird dann die Basis geschaffen. „Wir haben uns in Loikum angesehen, wie dort die Nachfragesituation erkundet worden ist. Dort wurden so Wohnbauplanungen vorangebracht“, sagt Schmidt-Rotthauwe. Hintergrund ist die kontroverse Debatte um die Zukunft der alten Schule. Das Vorhaben wird sicher Thema sein beim Jubiläum am Sonntag um 12 Uhr im Gasthof Buschmann. Der 72-jährige Schmidt-Rotthauwe gehört zur Gründergeneration des Heimatvereins, und er wird beim Jubiläumstreffen auch die ehren, die wie er von Anfang an dabei waren, etwa Heidi und Josef Burghammer, Karl Buschmann, Hermann Gossen, Günter Orth oder Klaus Frede. Doch im Mittelpunkt stehen alle Mitglieder. „Wir haben uns entschieden, statt einer großen Feier unsere Mitglieder zum Essen einzuladen – ein Dankeschön an sie“, sagt der Vorsitzende. Dazu gesellen sich alle Vorsitzenden der örtlichen Vereine und Bürgermeister Bernd Romanski.

Neben dem Ausblick gibt es auch eine Rückschau auf frühere und laufende Taten: Reinigungsaktionen im Schlossgarten gehören bis heute dazu. Überhaupt wurde viel für das Schloss getan. Die verschütteten Ecktürme wurden einst freigelegt, neue Steine herangekarrt und verbaut. Im Schlossgarten wurden die Reste der alten Feuerungsanlage beseitigt, der Graben entschlammt, neue Wege und Bepflanzung angelegt. Die maroden Holzbrücken wurden durch feuerverzinkte Brücken „für die Ewigkeit“ ersetzt. Gut sieht das aus. Dennoch bleibt offen, was mit dem Schloss nach dem Rückzug der Kunst geschieht. In Erinnerung bleibt auch die Installation eines künstlerischen Glasfensters in der Kapelle am Friedhof. Es stammt von der renommierten Glaskünstlerin Ingrid Vetter. Das Judendenkmal an der Schlossstraße stammt von einem anderen sehr guten Künstler, von Heinz Kemmer, der sein Atelier einst im Schloss hatte.

Geblieben ist der Weihnachtsmarkt, verschwunden ist der Maimarkt, die Konkurrenz war einfach zu groß. Einzigartig blieben Ereignisse wie die große Autodemo auf der Autobahn, die das Dorf durchschneidet. Im Korso mit über 100 Wagen und unter Polizeibegleitung fuhren die Ringenberger bis zur Abfahrt Wesel, um gegen Lärm und die zu niedrigen Schutzwände zu protestieren. Solche Anekdoten sind wie gemalt für eine Vereinschronik. Der Alltag sieht weniger spektakulär aus, etwa wenn Aktive jeden ersten Samstag des Monats zur Schlossgartenpflege antreten. Auch wenn es nicht mehr so viele Helfer gibt wie früher. Die Bereitschaft, sich zu engagieren, hat abgenommen. Auch das ist eine Erfahrung aus 40 Jahren.

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