Hamminkeln: Gülle offenbar illegal im Wald entsorgt

Fund in Hamminkeln : Gülle offenbar illegal im Wald entsorgt

Der Kreis Wesel prüft einen möglichen Fall von Umweltverschmutzung: In einem Wald in Hamminkeln haben Unbekannte eine Substanz entdeckt, bei der es sich offenbar um illegal entsorgte Gülle handelt.

In einem Waldstück nördlich von Dingden-Nordbrock ist offenbar im großen Stil illegal Gülle ausgebracht worden. Zwei lange Streifen mit einer Gesamtlänge von 150 Metern ziehen sich schleifenförmig mitten durch den Wald abseits der eigentlichen Waldwege. Zehn bis 15 Zentimeter ist die Schicht dick, jeweils einen Meter sind die beiden Streifen breit. Noch ist nicht gänzlich klar, um welche Art von Stoff es sich handelt. Der Naturschutzbund (Nabu), der jetzt auf die Verunreinigung aufmerksam macht, geht von Gülle oder einer gülle-ähnlichen Substanz aus.

Der Kreis Wesel ist als zuständige Umweltbehörde über den Vorfall informiert worden. Michael Fastring, Fachbereichsleiter Umwelt beim Kreis Wesel, bestätigte auf Anfrage, dass der Fall in seiner Abteilung vorliegt. Man werde jetzt schnell eine Bodenprobe nehmen und danach entscheiden. Wenn sich die Vermutung bestätigen sollte, handele es sich um eine illegale Entsorgung von Abfall.

Strafrechtliche Folgen drohen

Gülle darf im Wald nicht ausgebracht werden. "Das kann dann in einem Bußgeldverfahren enden oder gar strafrechtliche Relevanzen haben", erklärt Fastring. Ein Problem bei der Entnahme von Proben sei, dass schon nach kurzer Zeit der Regen die Substanz durchspült haben könnte, so dass nur noch schwerlich festzustellen sei, was genau dort aufgetragen wurde. "Das werden wir nun klären." Womöglich werde der Fall auch der Polizei gemeldet.

Ein Mitglied des Naturschutzbundes aus dem Bereich Dingden hatte den Vorfall dem Kreis gemeldet. Auch Peter Malzbender als Chef des Naturschutzbundes im Kreis Wesel ist über den Vorfall informiert worden. "Ich verstehe die Nöte der Landwirte, die nicht mehr wissen, wohin mit der Gülle", sagt Peter Malzbender. Allerdings sei das Austragen von Gülle im Wald absolut verboten. Das Gebiet befindet sich nördlich von Nordbrock, südöstlich von einem Hühnermastbetrieb und nur wenige Hundert Meter nordöstlich von dem Waldgebiet, in dem kürzlich Höhlenbäume gefällt wurden.

Die Kreisbauernschaft Wesel, die mit dem Vorfall ebenfalls konfrontiert worden ist, will die Verunreinigung im Wald in Nordbrock nun ebenfalls prüfen. Konkret wollten die Funktionsträger in der Kreis- und Ortsbauernschaft noch nicht Stellung nehmen. Sie bestätigten aber, dass es immer schwieriger werde, Flächen zum Ausfahren der Gülle zu finden. Dies rechtfertige aber nicht, die Gülle illegal auszufahren, hieß es.

(RP)
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