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Hamminkeln: Grüne kritisieren Discounter-Pläne für Norma in Dingden

Norma-Markt in Dingden : Grüne kritisieren Discounter-Pläne scharf

Die Fraktion setzt sich nach einer Gesprächsrunde mit Anwohnern dafür ein, dass die Verkaufsfläche kleiner wird und die große Wiese an der Nordbrocker Straße erhalten bleibt. Auch am Angebot selbst haben die Politiker große Zweifel.

Die Planungen für einen erweiterten Norma-Markt an der Nordbrocker Straße in Dingden werden von den Grünen weiterhin sehr kritisch gesehen. Sie vollzogen am Freitag den Schulterschluss mit Anwohnern, denen der nötige Grünflächenverbrauch für das Vorhaben ein Dorn im Auge ist und die mehr Bäume erhalten wollen.

Wie berichtet, steht die Erweiterung des Marktes auf der Tagesordnung des nächsten Planungsausschusses am 2. Februar. Nicht zufrieden sind Johannes Flaswinkel und Thomas Becker von der Grünen-Fraktion bei diesem Thema auch mit dem Umgang mit den Anwohnern. Als zentralen „Punkt“ nannten sie, dass die Ausschussvorlage mit den Architektenplänen den Eindruck erwecken würde, dass es „keine großen Proteste gibt“. Für die Anwohner entstehe nicht der Eindruck, dass ihre Meinung wahrgenommen werde. „Zeitgemäßer Dialog mit Bürgern sieht anders aus, wir wollen mehr Dialog zwischen Architekten und Betroffenen.“

Ins Gespräch brachten die Grünen, die geplante Verkaufsfläche von 1100 auf 1000 Quadratmeter zu verringern. Die derzeit vorgesehene Größenordnung würde bedeuten, dass eine 3000 Quadratmeter große Grünfläche überplant werden soll. „Es geht um den Standort Nordbrocker Straße, auf keinen Fall wollen wir Norma auf die grüne Wiese verlagern“, sagte Becker. Flaswinkel verwies auf Aldi in Mehrhoog, wo der Discounter mit einem Neubau an neuer Stelle auch auf die Verkehrsbelastung für Anwohner reagiert hätte.

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Auch an der Angebotsqualität des Discounters haben die Grünen so ihre Zweifel. „Muss man hier unbedingt Norma haltern? Stattdessen wäre es gut für Dingden, wenn ein hochwertigerer Anbieter kommt“, sagten sie. Die Parkplatzfrage beschäftigt die Grünen ebenso. In dem von mehreren Anbietern genutzten Areal an der Nordbrocker Straße seien schon heute die Stellplätze nicht ausgelastet. Aktuell gibt es dort 46 Stellplätze. Jetzt zwischen 61 und 68 Parkplätze zu planen, sei nicht nachvollziehbar.

„Irritiert“ zeigten sich die Grünen auch von der Zahl der von der Verwaltung genannten Anwohner, die Bedenken angemeldet hätten. Das könnten nicht nur vier sein, bei Ortsterminen mit Politikern wären viel mehr Bürger dabei gewesen und hätten lebhaft diskutiert. Dabei sei es auch um die Größe der Versiegelung und um den massiven Baukörper gegangen.

„Wir sind nicht gegen die Vergrößerung, sondern gegen die Größenordnung und die mangelnde planerische Einfügung“, sagte Becker. Auch stimmungsmäßig hat das Projekt zu leiden. Denn aus dem Schreiben des Architekten zum Thema gehe „Überheblichkeit“ hervor. „Entscheiden tut immer noch die Politik“, setzte Becker dagegen. Er kritisierte auch, dass im Planungsverfahren die Norma-Stiftung als gemeinnützig dargestellt werde, obwohl sie als Investor „knallharte Wirtschaftsinteressen“ vertrete.