Hamminkeln: Grüne kritisieren, dass Radwege teils falsch markiert sind

Grüne in Hamminkeln üben Kritik : Radwege sind teils falsch markiert

Aufgemalte Radstreifen am Daßhorst, an der Brüner und der Blumenkamper Straße sind für die Grünen eine Gefahrenquelle.

Vor einiger Zeit hat die Stadt an mehreren Straßen in Hamminkeln Fahrradstreifen markieren lassen. Das hat die Grünen aufmerksam gemacht. „Die Streifen heißen eigentlich Fahrradschutzstreifen. In einigen Bereichen sind sie eher Gefährdungsstreifen“, sagt Thomas Becker, Sprecher des Ortsverbandes Hamminkeln der Grünen. Mit Fraktionssprecher Johannes Flaswinkel machte er am Freitag seinem Ärger Luft. Gemeint sind aufgemalte Streifen an der Daßhorst, an der Blumenkamper Straße innerorts und außerorts zwischen B 473 und Ortseingang sowie an der Brüner Straße. Es handelt sich jeweils um Alleen, die nicht mit Extra-Radwegen versehen sind. Es wurden Fehler gemacht, alles was außerhalb geschlossener Ortschaften aufgemalt wurde, wird wieder demarkiert, so Technik-Chef Bernhard Payer.

Die Kritik der Grünen entzündet sich einerseits an rechtlichen und funktionalen Fragen. So sei an der Daßhorst der Radweg mit einem Meter zu schmal, ebenso die verbleibende Fahrbahnbreite für Autos von vier Metern. Vorgeschrieben sind 4,50 Meter im Begegnungsverkehr, jetzt ist die Lage so, dass bei Gegenverkehr der Radstreifen überfahren wird, was nach der reinen Verkehrslehre verboten ist, in der Lebenspraxis aber häufig ignoriert wird. Außerhalb geschlossener Ortschaften sind laut Grüne die Streifen nicht erlaubt, an der Blumenkamper und Brüner Straße wäre das wie am Daßhorst der Fall.

„Was ist, wenn ein Unfall passiert? Hat die Stadt dann noch Versicherungsschutz?“, fragt Flaswinkel. Er kritisiert die Lösungen als Stückwerk und fordert ein „nachhaltiges Gesamtradwegekonzept für die ganze Stadt“. Dann könne man auch prüfen, was wo geht und was mangels Gegebenheiten nicht. Dann müssten auch der Kreisverkehr an der Daßhorst und die Kreuzung am Loikumer Rott in den Blickpunkt geraten, die beide für Radfahrer in puncto Sicherheit und Befahrbarkeit kaum kalkulierbar sind. Für die Daßhorst kann er sich eine Einbahnstraßenregelung vorstellen, die Platz für Radler schafft.

Bei den Radstreifen ist es so, dass die ausführende Firma „über das Ziel hinausgeschossen ist“, sagte Bürgermeister Bernd Romanski im Planungsausschuss. Heißt: Es wurde auch weit hinter den Ortsausgangsschildern gemalt. Das betrifft Brüner Straße, Blumenkamper Straße und die Daßhorst gleichermaßen. Hier will die Stadt die Linien entfernen, kann es aber wegen der Witterungsverhältnisse derzeit nicht tun. Dann gilt ohne Streifen schlicht Rechtsfahrgebot. An anderer Stelle müssen Rad-Piktogramme aufgebracht werden, die den Radweg erst zum Radweg machen. Ohne Kennzeichnung sind sie es verkehrsrechtlich nicht.

Flaswinkel und Becker finden, dass die gesamte Radwegethematik im Fachausschuss im Sinn einer „nachhaltigen Planung“ diskutiert werden muss. Man brauche „breitere, sichere und schnellere Radwege“. Das, so Becker, sei auch im Sinn der Verkehrswende richtig. Mehr Komfort bringe auch mehr Radfahrer auf den Weg.

Die neuen Radstreifen soll die Stadt auf das starke Betreiben des ADFC Hamminkeln hin markiert haben – also ein Gegensatz zwischen ADFC und Grünen. „Gut gemeint, aber schlecht gemacht“, sagen die Grünen trotzdem. „Es geht einfach nicht, die Radler in Gefahrensituationen zu schicken“, betont Becker.