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Hamminkeln: Flüchtlinge aus der Ukraine helfen dem Freibadverein Dingden​

Ukrainer helfen dem Freibadverein Dingden : Integration am Schwimmbecken

Zwei Flüchtlinge aus der Ukraine haben ihr Rettungsschwimmerabzeichen erfolgreich absolviert und sind ab sofort für den Freibadverein Dingden im Einsatz. Apps sollen bei der Kommunikation mit den anderen Ehrenamtlichen helfen.

Sport und ehrenamtliche Arbeit bringen zusammen – das zeigt aktuell der Freibadverein Dingden, der ukrainische Flüchtlinge für die Unterstützung im Freibad an der Krechtinger Straße gewinnen konnte. Bereits im März und April hatten die beiden ukrainischen Flüchtlinge Valeriia Sviatetska und Artem Onachak an der Ausbildung und Prüfung zum DLRG-Rettungsschwimmerabzeichen Silber teilgenommen und die praktischen Prüfungen absolviert. Sie wollten Sinnvolles leisten und etwas zurückgeben an dem Ort, an dem sie nach Kriegsbeginn Zuflucht gefunden haben.

Der Freibadverein freute sich über die zusätzlichen Kräfte, unterstützte nach Kräften die Ausbildung zu Rettungsschimmern und hat damit Zuwachs fürs eigene Einsatzteam bekommen. Am vergangenen Samstag haben die beiden Ukrainer nun auch die theoretische Prüfung geschafft. Prüfer Sebastian Papenberg vom DLRG-Verband konnte beiden sehr gute Kenntnisse bescheinigen.

Helmut Wisniewski, der Vorsitzende des Freibadvereins, zollte Anerkennung, denn die praktische wie theoretische Prüfung ist durchaus anspruchsvoll. Wie er berichtete, hatte sich die Dingdenerin Petra Hüppmeier besonders eingesetzt und bei der Betreuung und Unterbringung der Flüchtlinge geholfen. Die beiden Ukrainier lernen an der Akademie Klausenhof in Dingden Deutsch. Sie wollten es aber nicht beim morgendlichen Unterricht belassen. Also kam nachmittags der ehrenamtliche Freibadverein in den Blick, der das Freibad immer die erste Hälfte der Badesaison federführend betreibt, bevor die Stadt die Regie übernimmt. Am 25. Juni übernimmt sie den Betrieb bis Ende August/Anfang September. Wann genau es im Hallenbad Hamminkeln weitergeht, ist noch nicht festgelegt. Das Thema Gasversorgung spielt im Freibad übrigens keine Rolle. Dort wird Fernwärme eingesetzt.

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Verein, Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und Stadt arbeiten auch in Sachen Rettungsschwimmer zusammen. Die Vereinskräfte werden im Hallenbad mit seinem Leiter Helmut Gerritz ausgebildet. „Zehn Kräfte unseres Vereins waren das zuletzt, die für den Abschluss geübt haben, die beiden Ukrainer sind dann in die Ausbildung eingestiegen“, erzählt Wisniewski. Bis zur Prüfung wurde kräftig geübt, wobei das Theoretische auch wegen der Sprache eine besondere Herausforderung bedeutete. Rund 300 Fragen sind möglich, von denen 35 in der Prüfung ins Ukrainische übersetzt wurden, um die Prüfung überhaupt erst zu ermöglichen. In der Praxis wurde auch viel geübt, etwa das 25-Meter-Tauchen im Dingdener Freibadbecken.

Die Übungen klappten insgesamt dank guter Fitness sehr gut. Christian Penberg von der DLRG Borken, der die Abzeichen abnehmen darf, war laut Wisniewski sehr zufrieden. Dazu gab es die Erste-Hilfe-Ausbildung. Drei Abende lang wurde das Grundwissen vermittelt und geübt. Schließlich war der Weg für Valeriia Sviatetska und Artem Onachak frei, denn am Samstag bestanden sie nach der Praxis von Schwimmen über Tauchen bis zum Sprung auch die Theorie. Der internationale Rettungsschein ist nun ihrer.

„Ich finde es toll, dass sich die beiden Ukrainer so engagieren, der Freibadverein unterstützt das gerne, und wir bekommen etwas zurück“, sagt Wisniewski. Der Freibadverein hofft nun auf eine längere Unterstützung, die Kommunikation ist im Zweifelsfall gesichert. Denn die Apps, die Ukrainisch ins Deutsche und umgekehrt übersetzen, sind schon geladen, falls es in der Arbeit vor Ort Kommunikationsprobleme geben sollte.