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Hamminkeln: Feuerwehrbericht legt Bedarfe offen

Hamminkeln : Feuerwehrbericht legt Bedarfe offen

Der Brandschutzbedarfsplan hält viel Lob für die Entwicklung bei der Feuerwehr bereit. Aber: An der Personallage muss kontinuierlich gearbeitet werden. Drei neue Wagen werden angeschafft.

Wenn sich die Hamminkelner Feuerwehr beim Brandschutztag am Sonntag, 16. September, ab 10 Uhr am Feuerwehrgerätehaus an der Daßhorst präsentiert, kann sie das voller Selbstbewusstsein tun. Denn Ausrüstung und Lage der Wehr, die dann Übungen zeigt, Kinderaktionen anbietet und ihren Fuhrpark vorstellt, werden von fachlicher Seite positiv bewertet. Zuvor ist die aktuelle Entwicklung bei den Brandschützern Thema in der Politik – Hamminkeln hat dafür einen eigenen Feuerschutzausschuss – und zwar in einer Sitzung am Mittwoch, 12. September. Es geht um den Brandschutzbedarfsplan. Die Ausrüstung gilt demnach als gut. Die personelle Entwicklung hat zudem durch engagierte Mitgliederwerbung einen Schub bekommen. Doch in der mittleren Führungsebene besteht Nachholbedarf. Weitere Mitgliedergewinnung ist deshalb nötig.

Untersucht haben das die Gutachter vom Büro Safe Tec Consulting. In einem Brandschutzbedarfsplan wird die Leistungsfähigkeit der von Konrad Deckers (Dingden) geführten Feuerwehr dargestellt und fortgeschrieben, so dass eventuell vorhandene Defizite erfasst und behoben werden können. „Beim Personalbestand der Freiwilligen Feuerwehr Hamminkeln sind in Bezug auf die Einsatzabteilung Entwicklungen erkennbar, die wie auch in der Vergangenheit weiterhin eine Forcierung bei der Mitgliedergewinnung erforderlich machen. Nur so ist es möglich, dass die von den Gemeinden geforderte leistungsfähige Feuerwehr vorgehalten werden kann“, zieht die Verwaltung in der Ausschussvorlage ein Fazit. Das klingt fürsorglich warnend, dennoch gilt aktuell: In früheren Plänen wurde vor personellen Engpässen in einzelnen Löschzügen gewarnt, aktuell loben die Gutachter die gemachten Anstrengungen und die Erfolge.

Von 2011 bis 2017 wurde das Personal der freiwilligen Wehr auf 282 Kräfte gesteigert – das sind beachtliche 22 Prozent. Als „sehr erfolgreich und lobenswert“ wird auch der Aufbau der Jugendwehr bezeichnet. Bis 2017 stieg die Mitgliederzahl auf 62 und damit um mehr als das Doppelte. Insgesamt hat die Personaldecke laut Gutachtern eine „sehr positive“ Länge. Defizite gibt es allerdings bei der Zahl der Trupp- und Gruppenführer, in Dingden fehlt ein Zugführer. Außerdem hält es das Fachbüro für richtig, die Wehrleitung auf drei Personen aufzustocken. Derzeit hat Deckers mit Wolfgang Sack einen Stellvertreter. Zwei Gerätewarte, die das Gutachten vorschlägt, haben schon ihren Dienst angetreten.

Bei der Materialausstattung werden einige Vorschläge des Bedarfsplans 2018 angegangen. Der 20 Jahre alte Kommandowagen soll ersetzt werden, Ausschreibungen für zwei Mannschaftstransportwagen für Loikum und Hamminkeln laufen. Sie haben 25 Jahre auf dem Buckel. Solche Investitionen bewegen sich im Rahmen der letzten Jahre. Gut stehen laut Verwaltung die Unterkünfte der Feuerwehr da. Denn: „Erforderliche Veränderungen im Bestand der Feuerwehrgerätehäuser sind bis auf eine Notstromeinspeisung in allen sechs Feuerwehrgerätehäusern nicht erkennbar.“ Das dürfte Kämmerer Robert Graaf, der auch für die Feuerwehr zuständig ist, freuen. Intern ist der Veränderungsbedarf auch begrenzt. Unter anderem solle eine neue Software helfen, den Überblick über das verfügbare Personal zu verbessern.