Hamminkeln: Festliche Abschiedsfeier für Pfarrer Pail

Hamminkeln feiert Pastor : Abschied für Pfarrer Pail

Viele Gemeindemitglieder kamen zum Gottesdienst für den scheidenden Pastor Franz-Josef Pail nach St. Antonius.

Eigentlich sind die Samstagabend-Messen in der Katholischen Kirche St. Antonius im Hamminkelner Ortsteil Loikum immer normal gefüllt. Am vergangenen Samstag war das jedoch ein wenig anders. Festlich spielte die Orgel, der Kirchenchor sang das Ave Verum von Mozart sowie andere Chorwerke. Im ganzen Gotteshaus war kein Platz mehr frei, sogar in den Seitengängen standen die Gläubigen. In einem feierlichen Gottesdienst wurde der langjährige Pastor der Katholischen Kirchengemeinde St. Antonius, Franz-Josef Pail, verabschiedet. Fast alle Bürger des Dorfes, zumindest wenn sie katholischen Glaubens sind, wollten sich von ihrem Seelsorger verabschieden.

Wörtlich übersetzt bedeutet das lateinische Wort „Pastor“ Hirte. Pastor Pail sah sich auch in dieser Rolle in seinen knapp 28 Jahren, denn er hat sich um die Menschen, die hier leben und arbeiten, gekümmert. Seine Aufgabe war es, Amtshandlungen wie Taufen, Trauungen und Beerdigungen auszuführen sowie die Messen zu zelebrieren.

Der jetzt 74-jährige Seelsorger war auch Präses der Schützenbruderschaft und wirkte als Begleiter im Gemeindeausschuss und Ökumeneausschuss Ringenberg/Dingden mit. Pail war früher als Diakon in Orten wie Vechta und Münster tätig, bevor er als Pastor vor 27 Jahren ins Dorf Loikum kam. „Mein Anliegen war es immer, das Evangelium zu verkündigen,“ meinte er. In seiner Predigt sprach er über die Nächstenliebe. Sie sei das Kennzeichen des Christentums. Man solle mit ganzem Herzen, all seiner Kraft und aus voller Seele Gott lieben, aber auch den Nächsten. „Wir tun das allerdings nur bruchstückhaft.“

Er, der gerne mal ein Bierchen trinkt, wurde an diesem Abend groß gefeiert. Auch Pfarrer Ralf Lamers, der mit ihm die Messe zelebrierte, lobte Pail, der eigentlich immer nur schlicht und einfach wirken wollte. „Dass die Kirche so voll ist, ist ein schönes Zeichen der Verbundenheit“, meinte er. „Jetzt darf er alles – muss aber nicht mehr“, sagte er humorvoll.

Zelte werden auf- und abgebaut, hieß es. Nun habe er einen neuen Zeltplatz gefunden. Er bekam aber kein Zelt als Geschenk, sondern eine Bank mit seinem Namen. Pail bedankte sich bei allen, die ihn in der langen Zeit begleitet haben. „In Loikum habe ich mich immer wohlgefühlt.“ Sein Wunsch sei, dass alle Menschen ihn weiter begleiten, so wie damals. Langer Beifall kam auf.

Bei der anschließenden Feier in der Bürgerhalle hatten sich die Dorfbewohner einige Überraschungen ausgedacht. Mit Erinnerungen auf Großleinwand, kabarettistischen Einlagen, Gesang, lustigen Sprüchen, munterem Spielen des Blasorchesters, vielen Geschenken und natürlich leckerem Gerstensaft bedankten sie sich bei ihrem Hirten, der jetzt sein „Zelt“ von Loikum nach Dingden verlegt hat.

(DK)