Hamminkeln: Einwand gegen Schließung des Bahnübergangs "Kastanienstraße"

Bahnübergang „Kastanienstraße“ in Hamminkeln : Protest gegen Aus für Bahnübergang

Es regt sich Widerstand gegen die Schließung des Übergangs „Kastanienstraße“.

Die Planungen der Betuwelinie berühren die Natur und die Freizeitaktivitäten in der Nähe von Hamminkeln erheblich. In einem gemeinsamen Schreiben haben Hamminkelns ADFC, Verkehrsverein und die Senioren-Union Protest gegen die Pläne der DB Netz AG angemeldet, den Bahnübergang Kastanienstraße komplett zu schließen. Sie wollen lieber eine Unterführung an alter Stelle, um den Erholungswert zu retten. Das soll jetzt auch die Stadt beschäftigen. Der Einwand wurde an Bürgermeister Bernd Romanski geschickt. Die Stadt hat in Bereichen Mehrhoogs und beim Brandschutz schon Verbesserungen erreicht.

Hintergrund ist, dass beim Ausbau der Betuwe zur Hochgeschwindigkeitsstrecke mit verdichtetem Bahnverkehr die sogenannten schienengleichen Bahnübergänge beseitigt und durch Straßenüber- oder -unterführungen ersetzt werden. Das betrifft auch die Kastanienstraße am Rande des Diersfordter Waldes und damit eine idyllische Strecke zwischen Wesel und Hamminkeln sowie im Umfeld des Schwarzen Wassers, wie sie nur noch selten anzutreffen ist. Radfahrer und Spaziergänger wissen sie zu schätzen. Deshalb fühlen sich ADFC, Verkehrsverein und Senioren-Union mit ihren Mitgliedern „bei der Gestaltung ihrer Freizeitaktivitäten stark eingeschränkt“.

Wird der Bahnübergang geschlossen, soll die Alternative über die Brücke Butenfeld führen. Von Norden kommend müsste man auf der Kastanienstraße weiter zum Butenfeld fahren, dann die neu zu bauende Brücke nehmen und wieder entlang der Bahntrasse zurück zum heutigen Übergang Kastanienstraße/Am Schwarzen Wasser kommen. Ein Qualitätsverlust, denn die Gegend mit ihren landwirtschaftlichen Wegen und dem Heuweg durch den Diersforder Wald gehört zu den schönsten Rad- und Wanderstrecken weit und breit.

Als Alternative fordert die Protestgruppe einen Tunnel an der alten Stelle statt einer Brücke mit lichter Weite von 27,4 und 5,9 Meter Höhe an neuer Stelle. Davon war in bisherigen Plandebatten oder Abstimmungsgesprächen nie die Rede. Jedenfalls müssten Radler und Wanderer den Bahnlärm nicht entlang der Linie ertragen. Der Bereich mit Natur und Kulturlandschaft könnte besser erhalten bleiben.

Weiter wird argumentiert, wäre es auch für den wachsenden Radtourismus und damit die örtliche Gastronomie von Bedeutung, auf einen Tunnel zu setzen. Und eine Unterführung würde auch zu den Zusagen der DB Netz AG passen, Beeinträchtigungen zu minimieren oder gar auszugleichen. So gesehen sei die Forderung nicht nur ein Stück gesellschaftlicher Konsens, sondern auch rechtliche Verpflichtung.

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