Hamminkeln CDU gegen Reduzierung der Ratsmandate und Monsterwahlbezirke

Hamminkeln : CDU will „Teamplayer“-Stadtchef

Beim Parteitag machte der wiedergewählte Vorsitzende Norbert Neß erneut Front gegen eine Reduzierung der Ratsmandate. Er kündigte zudem einen Bürgermeister-Kandidaten an.

Ein demonstratives Bild der Geschlossenheit haben jetzt Hamminkelns Christdemokraten bei ihrem Parteitag in Ringenberg geboten. Das galt nicht nur für die Vorstandswahlen, bei denen Norbert Neß mit 37 von 37 Stimmen wiedergewählt wurde. Es galt ebenso für die neue Vize-Vorsitzende Stefanie Schulten-Borin (Brünen), die für Matthias Holtkamp (Ringenberg) aufrückte, und den bestätigten Stellvertreter Dieter Wigger (Dingden). Vervollständigt wurde der Vorstand mit dem neuen Beisitzer Roland Albers (Hamminkeln) und dem neuen Mitgliederbeauftragten Bernhard Boland.

Die CDU will in den 19 Wahlbezirken bei der Kommunalwahl 2020 ihre Stärke mit bürgernahem Profil zeigen. „6000 Stimmen plus“ lautet das Ziel, was gleichbedeutend mit der absoluten Mehrheit wäre, zuletzt verfehlt wurde, aber bei Bundestags- und Landtagswahlen erreicht worden war. Außerdem bestätigte Neß die kürzliche Aussage von Fraktionschef Dieter Wigger, dass man mit einem CDU-Bürgermeisterkandidaten antreten werde. Eine Personalkommission hat die Arbeit bereits aufgenommen. Man wolle sich Zeit lassen und das nötige Profil klären, wobei deutlich wurde, dass Neß einen „Teamplayer“ statt „Macho und rücksichtlosen Macher“ bevorzugt.

Auch das Thema Nummer eins der vergangenen Tage wurde beim Parteitag der CDU behandelt: Die von Pro Mittelstand geforderte Reduzierung von 38 auf 28 Ratssitze wurde vehement abgelehnt, ebenso ein Kompromiss. Gut möglich also, dass aus dem angekündigten Bürgerbegehren ein Bürgerentscheid wird.

Norbert Neß betonte: „Wir wollen keine Monsterwahlbezirke.“ Größere Wahlbezirke wären nämlich die Folge, würde der Hamminkelner Rat verkleinert, was wiederum für Loikum, Wertherbruch und Marienthal den Verlust ihrer direkten Ratsvertreter bedeuten würde. Man wolle die Dörfer stärken, nicht schwächen. Nach Neß‘ Rechnung würden einzelne Stimmbezirke um 35 Prozent wachsen. Schon jetzt sei die ehrenamtliche Ratsarbeit in ihrem Umfang gewachsen, die Nähe zum Bürger leide durch weniger Mandate – abgesehen davon, dass Wissenschaftler die aktuelle Größe des Hamminkelner Rates bestätigt haben (RP berichtete) und diese der gesetzlichen Anforderung entspreche.

Pro Mittelstand mit seinem Bürgerbegehren-Motor Walter Münnich bescheinigte Neß „destruktive Haltung, die uns keinen Millimeter weiterbringt“. Der Beifall aus der Versammlung war groß. Er warte darauf, dass man sich für etwas einsetze. Angesichts der Fülle der politischen Arbeit reiche ein Rat mit 28 Sitzen nicht aus, sagte Neß. Der Vorsitzende will diese angesichts der anstehenden Wahlen noch intensivieren und den Bürger und seine aktuellen Probleme verstärkt ansprechen. Wie das funktioniere, habe man mit den Veranstaltungen zum Kiesabbau und Glasfaserausbau gezeigt.

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