Hamminkeln: Borgers-Chef reagiert auf Resolution von CDU, Grünen und Martin Wente

Autozulieferer aus Dingden plant Standortschließung : Borgers-Chef reagiert auf Resolution

Politischer Einsatz zum Erhalt des Dingdener Autozulieferer-Werks mit Resonanz: Unternehmer Werner Borgers trifft sich mit Fraktionsführungen. Verwaltung verweigert aber Resolution.

„Wir werden ernst genommen“, freut sich CDU-Fraktionsvorsitzender Dieter Wigger. Er hat zusammen mit Grünen-Chef Johannes Flaswinkel und dem fraktionslosen Martin Wente eine Resolution gegen die Schließung des Dingdener Borgers-Werkes verfasst. 350 Mitarbeiter sind betroffen, ebenso die Stadt Hamminkeln, die Gewerbesteuer verliert. Noch ist die Resolution nicht beschlossen – das soll der gesamte Rat am 21. Februar tun – und nicht verschickt. Sie soll es auch nicht, die Verwaltungsspitze hielt am Freitag rein formal dagegen (siehe kleiner Text). Aber die Ankündigung einer Resolution hat den Bocholter Firmenchef Werner Borgers berührt.

Eine Mail von ihm ging an die Hamminkelner Fraktionsvorsitzenden und ans Hamminkelner Rathaus. Ergebnis: Der renommierte Unternehmer wird nächsten Dienstag, wahrscheinlich im Rathaus, seine Sicht darstellen, wie es zu der wirtschaftlichen Entscheidung kam.

Nach dem Wortlaut der Resolution soll der Rat die drohende Schließung des Werkes „nicht unwidersprochen hinnehmen“. CDU, Grüne und Wente haben sich an die Spitze der Bewegung gesetzt, was durchaus bemerkenswert ist. Nicht die SPD macht sich für die streikenden und um ihre Jobs kämpfenden Arbeitnehmer stark, sondern Schwarz-Grün. Die Genossen schweigen sich aus, nach dem Borgers-Besuch nächste Woche werden sie es ebenso wie die USD nicht mehr tun können. „Wir sehen es als christliche, soziale Partei mit enger Anbindung vor Ort als unsere Aufgabe an, uns für die Arbeitnehmer einzusetzen“, sagt hingegen Wigger. Auch die Reaktion von Bürgermeister Bernd Romanski, es handele sich „um eine unternehmerische Entscheidung“, ist ihm zu zurückhaltend. Allerdings ist der Verwaltungschef in internen Gesprächen mit im Spiel. Auch Johannes Flaswinkel von den Grünen sagt: „Ich finde die Reaktion des Bürgermeisters irritierend, wir bleiben bei der Resolution. Wir wollen auf keinen Fall ein Politikum daraus machen.“

Andererseits sind aus dem Rathaus formale Bedenken gegen die anstehende Resolution zu hören. Keine Dringlichkeit, wie von den Antragstellern betont, nicht eingehaltene Antragsfrist und anderes aus dem formalen Themenkreis werden angeführt – die Debatte kann nur in der Einwohnerfragestunde stattfinden. Das, so der CDU-Chef, gehe an der Situation der betroffenen Menschen vorbei, formal dürfe man ihnen nicht begegnen. Ohnehin dürfte nach der kommunikativen Reaktion von Werner Borgers politischer Schulterschluss in Hamminkeln gefragt sein, zumal es keine Anzeichen gibt, dass sich in der Sache etwas ändert. Dennoch: Man verstehe nicht, so Wigger, dass Probleme der Produktionsstätten in Polen und Tschechien in Dingden ausgebadet werden müssten.

Für die Hamminkelner CDU, die Grünen und Ratsherrn Martin Wente ist die drei Jahre nach dem 150. Unternehmensjubiläum für 2020 bekanntgegebene Standortschließung Dingden auch im Zusammenhang mit städtischen Investitionen in die Infrastruktur zu sehen, um die Bedingungen für Borgers zu verbessern. Die Zufahrt zum Werksgelände und die Umgehung gehören dazu, ebenso der Bahnübergang Isshorst-Nord.