Hamminkeln: Bonita beklagt weiteren Rückgang der Umsätze

Hamminkelner Damenmode-Hersteller : Umsatzrückgang bereitet Bonita Sorgen

Der Hamminkelner Damenmode-Hersteller hat auch im dritten Quartal 2018 mit Umsatzrückgängen zu kämpfen. Um gegenzusteuern, soll die Marke konsequent modernisiert werden. Der Standort wird nicht in Frage gestellt, heißt es.

Die Stimmung bei Bonita im Hamminkelner Gewerbegebiet Kesseldorfer Rott ist aktuell angespannt. Kein Wunder, denn auch im dritten Quartal dieses Jahres muss das Traditionsunternehmen ein kräftiges Minus verkraften – nicht zuletzt wegen des langen und heißen Sommers, der der ganzen Branche weh getan hat. Verzeichnete das Unternehmen, das seit dem Jahr 2012 zur Hamburger Tom Tailor Group gehört, im dritten Quartal 2017 noch einen Umsatz in Höhe von 60,9 Millionen Euro, so sank dieser Wert auf 50,7 Millionen Euro – macht ein Minus von 16,7 Prozent. Damit dauert die Rückkehr zu nachhaltigem Gewinnwachstum länger als von Heiko Schäfer, dem Chef der Tom Tailer Group, erhofft. Gleichwohl will er an dem eingeschlagenen Expansionskurs festhalten. Ebenso stellt er den Standort Hamminkeln nicht in Frage.

Auf Anfrage unserer Redaktion erklärte Heiko Schäfer am Dienstag: „Bonita schaut sich die Prozesse und Organisation an, um sich stärker auf die Kundin auszurichten und effizienter zu werden. Wir glauben an die Marke und haben in diesem Jahr so viel wie noch nie in Bonita investiert.“ Jetzt könne es erst einmal darum gehen, das Geschäft zu stabilisieren und die Marke konsequent zu modernisieren. „Bonita hat einen klaren Plan für die nächsten Jahre. Und den werden wir umsetzen“, betont Schäfer. Zu dem Plan gehört unter anderem auch, sich auch weiterhin von unrentablen Filialen zu trennen – so wie jüngst in Emmerich geschehen. Vor allem aber geht es Bonita darum, für die Zielgruppe „Best Ager“ (Generation 55 plus) wieder attraktiver zu werden.

Raphael Heinold, der seit Februar als neuer Kreativ-Direktor bei Bonita tätig ist, hatte vor einigen Monaten im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt, dass „unsere Zielgruppe sehr loyal ist, Geld hat, auf Qualität achtet und sich zeitgemäß modern kleiden möchte.“ Er und sein Team achten mittlerweile stärker darauf, „dass die Kundin durch unsere Mode schick und immer einen Tick jünger aussieht“. In der Vergangenheit habe man die Kundin durch die Mode „in dem Alter belassen, in dem sie sich gerade befindet.“ Und genau das werde sich ändern.

Die in Hamminkeln designte Ware wird unter anderem in der Türkei, Bulgarien sowie in China, Vietnam und Indonesien gefertigt und kommt anschließend in das große Lager nahe der A 3. Dort wird die Ware kommissioniert und in die mehr als 770 Filialen und über 80 „Shop-in-Shop“-Geschäfte geliefert. Bei Bonita – 2019 wird 50-jähriges Bestehen gefeiert – sind rund 350 Mitarbeiter beschäftigt.

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