Hamminkeln: Behinderte Kinder werden in die Gesamtschule gefahren

Hamminkeln : Mit dem Inklusionsbus zur Schule

Die Stadt Hamminkeln hat einen umgebauten Bus für behinderte Schüler gekauft, die nun zur Gesamtschule gefahren werden können. Viele Sponsoren haben sie dabei unterstützt.

Pünktlich zum Schulstart nach den Sommerferien hat Sam Schliwinski zwei neue Chauffeure. Entweder Marcus Kamps oder Michael Winschuh werden ihn morgens im bunt beklebten Ford Transit zu Hause abholen, zur Gesamtschule Hamminkeln fahren und mittags wieder abholen. Denn der 13-Jährige sitzt im Rollstuhl und benötigt – ein sperriges Wort – den Schülerspezialverkehr.

Bisher hatte die Stadt genau diese Verkehre fremd vergeben, sprich: Private Unternehmen brachten die Schüler von zu Hause zur Schule und wieder zurück. Doch Edgar Kocks aus Wesel war im Auftrag der Firma Mobil auf die Verwaltung zugekommen und hatte vorgeschlagen, Sponsoren zu suchen, um einen eigenen Transporter zu finanzieren und, mit entsprechenden Umbauten versehen, den Schülerspezialverkehr wieder in eigener Regie zu übernehmen.

Ein Modell, das bereits beim Fahrzeug für die mobile Kinder- und Jugendhilfe in Hamminkeln vor einiger Zeit gut geklappt hatte. Und dann war da auch noch der Plan der Stadt, zwei Gerätewarte für die Feuerwehr anzustellen, weil die ehrenamtlichen Brandbekämpfer schon genug zu tun haben. Da ließen sich bei der Stellenausschreibung direkt zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, denn die beiden Neuen könnten ja morgen und mittags die Kinder fahren. Gedacht, gemacht.

Und auch die heimischen Unternehmen ließen die Stadt bei ihrem Plan nicht im Stich. Unter dem Logo „Regionales Engagement liegt uns am Herzen“ erklärten sich 25 Betriebe bereit, den neuen Bus gegen entsprechende Logos auf dem Fahrzeug zu sponsern. Das brachte bei der Übergabe ein dickes Lob von Bürgermeister Bernd Romanski: „Die Firmen in Hamminkeln engagieren sich sehr stark.“

Die Stadt spart durch diese Aktion bares Geld. 20.000 Euro pro Kind pro Jahr muss Kämmerer Robert Graaf künftig nicht mehr an Fremdfirmen zahlen, hat lediglich eine Rechnung von 15.000 Euro für den Umbau auf dem Tisch. Drei Kinder aus Dingden, Mehrhoog und Loikum werden ab diesem Schuljahr von Marcus Kamps und Michael Winschuh zur Gesamtschule gebracht. Zurzeit genau die Kapazität, die Hamminkeln beim Schülerspezialverkehr bewältigen kann. Dass sich das 2019 bereits ändern kann, ist der Stadt bewusst. Dann müsse man neu nachdenken, sagt Romanski, vielleicht über zeitversetzte Unterrichtsstarts. Aber im Moment ist der stadteigene Bus erst einmal eine runde Sache.

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