Hamminkeln: Begegnungsstätte in Mehrhoog zieht nach einem Jahr Bilanz

Trägerverein in Mehrhoog zieht Bilanz : Begegnungsstätte erfolgreich in Jahr eins

Der Trägerverein spricht von guter Auslastung, will aber vor allem mehr Wochenendtermine vergeben und die Bekanntheit verbessern.

Vor einem Jahr wurde die Begegnungsstätte Mehrhoog feierlich eingeweiht, und der Hamminkelner Ortsteil hatte endlich einen Veranstaltungsort für Vereine, Initiativen, Private und Kulturmacher. Die Bilanz, die jetzt Michael Möllenbeck und Hans-Jürgen Kraayvanger vom Trägerverein vorlegten, kann sich sehen lassen.

Vereine wie Mehrhoog hilft, eine der Säulen im Nutzungskonzept, Männer- und Gospelchor mit ihren Proben, integrative Veranstaltungen, Kunst, Kino und auch Privatfeiern haben für eine beachtliche Auslastung gesorgt. Rund 5000 Jahresstunden wurde die Begegnungsstätte belegt.

Dennoch: Es bleibt Luft nach oben, und die soll gezielt gefüllt werden, etwa mit mehr Wochenendterminen. Auch der Bekanntheitsgrad ist offensichtlich noch nicht dort, wo er sein sollte. „Viele waren noch nie hier, wir wurden sogar gefragt, ob das Gebäude nicht eine Moschee sei“, so Michael Möllenbeck.

Ist es nicht, aber die Begegnungsstätte ist auch interkultureller Treffpunkt. Das internationale Klöncafe zum Beispiel hat riesigen Erfolg, es gibt Sprachkurse, auch Arabisch für Deutsche, geleitet von einer arabischen Frau.

„Sensationell“, so Möllenbeck, sei das 14-tägige donnerstägliche „Gemeinsame Essen“ eingeschlagen. Waltraud Sent leitet das 15-köpfige Küchenteam, jeder kann kommen. Und am letzten Donnerstag tummelten sich 40 Gäste in der Begegnungsstätte. Es gab Spargelvariationen. Das Treffen hat auch kommunikativen Reiz, vor allem für ältere Mehrhooger. Jeder zahlt zwischen ein und fünf Euro – so viel man mag. Die Klanghelden, ein junges Eventunternehmen der Weseler Hilmar Schulz und Julian Köster, bieten „Kultur im Grünen“.

Am 7. Juni spielen Issyfinest Blues, Reggae und Soul, am 5. Juli zeigt Maria Vollmer „Push up, Pillen & Prosecco“. Allerdings, so Möllenbeck, müsste sich das Angebot mehr rumsprechen, für die Etablierung der Reihe brauche man Zeit. „Wir können auch Kino“, sagt der Vorsitzende vom Trägerverein und verweist auf die sehr gute technische Ausstattung, die die Stadt finanziert habe.

Auch mit den Nachbarn kommt man gut aus, die hatten bekanntlich gefürchtet, dass die Begegnungen in Mehroog unverträglich laut werden. Auf zehn Veranstaltungen nach 22 Uhr einigte man sich, die Zahl wurde nie erreicht, die befürchtete Lärmbelästigung beziehungsweise Partymeile ist nie eingetreten.

Jetzt heißt es: „Wir haben noch Termine frei für Veranstaltungen, etwa Familienfeiern, die über 22 Uhr hinausgehen.“ Auch das ganze Haus kann man mieten (für 270 Euro), was etwa bei einer Kommunionfeier geschehen ist. Die Einzelraummiete kostet 80 Euro. Bürgermeister Bernd Romanski freut sich, dass die Konstruktion Trägerverein als Betreiber funktioniert. Die Nutzung sei genau das, was man beabsichtigt habe. „Gut investiertes Geld“, sagt der Verwaltungschef in Anspielung auf die umstrittene Kostenerhöhung in der Realisierungsphase.

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