Hamminkeln: 160 Feuerwehrleute löschen Moorbrand im Diersfordter Wald

Im Diersfordter Wald : 160 Wehrleute löschen Moorbrand

Stundenlang war die Feuerwehr am Ostermontag ab 19 Uhr im Wildgatter des Diersfordter Waldes im Einsatz. Ein Übergreifen der Flammen auf große Bäume wurde verhindert. Ein Keiler ist dem Feuer entkommen.

Ein Moorbrand im Wildgatter des Diersfordter Waldes hat an Ostermontag zu einem Großeinsatz der Hamminkelner Feuerwehr geführt. Bis zu 160 Wehrleute mit 20 Einsatzfahrzeugen waren ab 19 Uhr bis in die Nacht hinein damit beschäftigt, das Feuer in dem Naturschutzgebiet Großes Veen unter Kontrolle zu bringen und ein Übergreifen der Flammen auf den nahen Wald zu verhindern. Erst gegen 3 Uhr in der Nacht konnten die erschöpften Feuerwehrleute abrücken.

Hamminkelns Feuerwehr-Chef Michael Wolbring am Rande der abgebrannten Moorfläche. Foto: Klaus Nikolei

Die Ursache für das Feuer, das auf einer gut 40.000 Quadratmeter großen Fläche gewütet hat, ist nach Angaben der Polizei noch unklar. Menschen kamen nicht zu Schaden, wohl aber einige Tiere, darunter auch Kröten, wie Klaus Kretschmer von der Biologischen Station in Wesel auf Anfrage sagte. Den Flammen auf der Freifläche entkommen ist auf jeden Fall ein mächtiger Keiler. Das Wildschwein war augenscheinlich von dem Feuer eingeschlossen worden, konnte sich aber über eine bereits gelöschte Fläche in Sicherheit bringen, berichtete Michael Wolbring, der Leiter der Feuerwehr Hamminkeln.

Dass einige junge Kiefern dem Brand zum Opfer gefallen sind, schadet der Natur nicht, sagen Experten. Zumal die Moorfläche eigentlich frei bleiben soll von Bäumen und Büschen. Foto: Klaus Nikolei

Der 38-Jährige war an Ostermontag gerade von einem Familienausflug nach Hause gekommen, als ihn gegen kurz vor 19 Uhr die Meldung vom Moorbrand erreichte. Er und die gut 25 Einsatzkräfte des Löschzugs Hamminkeln trafen wenig später am Rande des Waldgebietes ein. „Schon nach kurzer Zeit habe ich festgestellt, dass wir zusätzliche Kräfte benötigen“, so Wolbring. Also wurde der Löschzug Dingden nachalarmiert, der über reichlich „Schlauchmaterial“ verfügt, wie der Feuerwehr-Chef betont. Weil das Wasser, das am Saugbrunnen Heideweg mit Hilfe einer Pumpe gewonnen wurde, nicht ausreichte, wurden zusätzlich Löschtankfahrzeuge aus Wesel und Bocholt alarmiert. Diese hatten die Aufgabe, Tausende Liter Wasser von einer Saugstelle unweit der Betuwelinie zum Diersfordter Wald zu bringen, wo sie in einen speziellen Faltbehältern abgelassen wurden und nun als Löschwasser dienten. Ebenfalls mit einer Pumpe wurde Löschwasser aus einem Heideteich entnommen. Um den Flächenbrand, der durch heftige Winde immer wieder neu aufflammte, einzudämmen, griff ein Dutzend Einsatzkräfte auch zu Feuerpatschen. Im Verlauf des Großeinsatzes wurden auch die Löschzüge Wertherbruch/Loikum und Mehrhoog als Unterstützung gerufen. Die freiweilligen Helfer des Löschzuges Brünen, die zur Hamminkelner Wache geeilt waren und dort den Bereitschaftsdienst übernommen hatten, lösten am späten Abend die Kameraden aus Dingden ab. Denn diese mussten am Dienstagvormittag Heinrich Terörde, das kürzlich mit 83 Jahren verstorbene Mitglied der Ehrenabteilung, zu Grabe tragen. Gegen 3 Uhr endete der Einsatz im Wald. Kurz zuvor war auch die Diersfordter Straße nach knapp acht Stunden wieder für den Verkehr geöffnet worden.

Erst gegen 3 Uhr rückten die Einsatzkräfte an der Diersfordter Straße ab. Bis zu 160 Wehrleute mit 20 Einsatzfahrzeugen waren vor Ort. Foto: Feuerwehr Hamminkeln

Am Dienstagvormittag schauten sich mehrere Experten den Schaden vor Ort an. Darunter auch Julian Mauerhof vom Forstamt Niederrhein in Wesel. Im Gespräch mit unserer Redaktion äußerte er die Hoffnung, „dass man in einigen Monaten von den Brandschäden wohl nichts mehr sehen wird, wenn es ordentlich regnen sollte.“ Tatsächlich seien fast nur die großen „Grasbulten“ und „einige junge Kiefern abgebrannt.“ Doch weil die Fläche „offen bleiben soll“, sei der Verlust der Kiefern kein großes Problem. Diese Meinung vertritt auch Klaus Kretschmer, der sich ebenfalls persönlich ein Bild von den Schäden gemacht hat. „Wichtig ist, dass das Feuer nicht auf den Wald übergegriffen hat. Positiv war zu sehen, dass unsere 2016 und 2017 durchgeführten Maßnahmen, die Pfeifengrasbulten abzuschieben, damit sich hier ein Feuchtheidegebiet entwickeln kann, von Erfolg gekrönt sind. Denn an diesen Stellen endete das Feuer.“ Die Schäden in dem vor rund 300 Jahren entwässerten Moor, so Kretschmer weiter, seien moderat. Zumal das Pfeifengras nicht besonders wertvoll sei und nun womöglich andere Pflanzen „die Luft haben, sich zu entfalten“.

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