Hamminkeln: 120 Jahre St.-Josef-Haus

Hamminkeln : 120 Jahre Miteinander im St.-Josef-Haus

Seit 120 Jahren gibt es das St.-Josef-Haus in Dingden. Dies wurde jetzt bei einem Festakt von vielen, die der Einrichtung nahe stehen, groß gefeiert.

120 Jahre St.-Josef-Haus in Dingden. Das sind 120 Jahre mittendrin im Dorf. Dass das nicht nur geografisch gemeint ist, machten gestern beim Festakt alle Grußredner klar. Denn das Zentrum für alles, was ältere Menschen so an Anliegen haben, ist nicht einfach nur ein Seniorenzentrum wie viele andere, sondern so viel mehr. Man könnte fast von einer Schaltzentrale im Ort sprechen. Denn viele Aktivitäten, die eigentlich gar nichts mit einem gewöhnlichen Seniorenzentrum zu tun haben, laufen hier zusammen.

Wie sehr das Haus mit Dingden verwachsen ist, zeigte ein Film- und Diavortrag von Nikolaus Ridder, dem Geschäftsführer der Einrichtung. Die Filmaufnahme von Hermann Küpper aus den 70er Jahren, in denen die Franziskaner-Nonnen breiten Raum einnahmen, sorgten bei den Gästen des Festakts für manches Wiedererkennen. Man kennt sich, man lebt tatsächlich zusammen, man unterstützt sich. Das unterstrich auch noch mal der Aufsichtsratsvorsitzende Franz-Josef Keiten, der sich daran erinnerte, wie er schon als Messdiener im St.-Josef-Haus herumlief. „Danke, dass dieses Haus das Dorf geprägt hat.“ Immerhin war das Haus bis 1984 noch ein Krankenhaus, in dem viele Dingdener, aber auch die Menschen aus den anderen Ortsteilen das Licht der Welt erblickt haben.

Was das St.-Josef-Haus aber besonders auszeichnet, ist der rege Austausch zwischen Bewohnern und der Nachbarschaft, den Vereinen und Verbänden, den Kindergartenkindern, den Grundschulen, den Landfrauen, und, und, und. Natürlich sind die Bewohner dabei, wenn die Schützen ihren Großen Zapfenstreich abhalten, wenn Gertrud Wiedenbrück und Inge Volmering mit ihren Koffie­schnäppskes kommen, wenn auf dem Vorplatz getrödelt wird oder sich Oldtimerfreunde treffen. Das betonte auch Bürgermeister Bernd Romanski. Er hatte das Bildnis „Der Amtsmann von Dingden“ als Geschenk im Gepäck. Es soll seinen Platz im alten Ratssaal im Keller finden, in dem nun acht Seniorenwohnungen sind.

Nach dem Festakt ging es zum gemütlichen Teil auf dem Vorplatz. Hier konnten die Gäste wieder Bilder kaufen, die Demenzkranke gemalt haben und die dank eines Bocholter Unternehmens toll gerahmt sind. Das eingenommene Geld soll dem nächsten Großprojekt des Hauses zugute kommen. Nach der Kneippanlage, die nicht nur gut angenommen wird, sondern auch von Kindergartenkindern mal zum „Schiffchen fahren“ genutzt wird, soll nun eine Gradieranlage her.

Die Grundstücksverhandlungen laufen, viele Spenden sind bereits gesammelt, aber es werden noch weitere gebraucht, denn die Saline kostet 50.000 Euro. Zwar ist gut die Hälfte bereits zusammen, aber natürlich wird noch Geld benötigt, bevor 2019 der Bau startet. Da kam die Spende, die Reinhard Hoffacker von der Niederrheinischen Sparkasse mitbrachte, gerade recht.

(auf)