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Wesel: Hafenbahn am neuen Kai

Wesel : Hafenbahn am neuen Kai

Stadtwerke sanieren aktuell die Bahn zum Hafen. Die muss bis zum Kai weitergebaut werden. Vor die alte Hafenmauer wird eine neue gesetzt.

Eine der zweifelsohne interessantesten Baustellen in der Stadt befindet sich an der Grünstraße. Seit Dienstag werden dort Schwellen und Gleise der Hafenbahn abgebaut, der Untergrund großzügig ausgekoffert und das Material mit einem großen Lkw abgefahren. Klar, dass die Arbeiten von schaulustigen Männern jeden Alters beobachtet werden. "Bis zum Wochenende soll das hier alles fertig sein. Dann geht's ab Montag im Bereich des Hafenbahnhofs bis zur Fischertorstraße weiter", erklärt Peter Bootz, technischer Prokurist der Weseler Stadtwerke. Denn der 80-prozentigen Stadttochter gehört die Hafenbahn-Strecke, die den Weseler Bahnhof seit Jahrzehnten mit dem Stadthafen verbindet.

Die Sanierung der Streckenabschnitte Grünstraße bis Kolpingstraße (etwa 230 Meter) und Hafenbahnhof (Bereich hinter der Gaststätte Tante Ju bis Fischertorstraße an der Rheinpromenade, etwa 120 Meter) sind nötig geworden, weil die Bahnschwellen aus den 60er bis 80er Jahren das Zeitliche gesegnet haben. Und auch die Schienen sind nicht mehr die Besten.

Um Kosten zu sparen und weil nur alle zwei bis drei Tage hier Güterwagen Richtung Autoglas-Veredeler Pilkington auf dem Flachglas-Gelände unterwegs sind, greifen die Stadtwerke auf gebrauchtes, aber durchaus noch gutes Material zurück. Schwellen und Schienen werden übrigens vor Ort zu gut 15 Meter langen "Gleisjochen" zusammengeschraubt und dann ins neue Gleisbett gelegt. Bootz geht davon aus, dass die Sanierungsarbeiten insgesamt 210 000 Euro kosten werden.

Nicht im Preis enthalten sind die Modernisierungsarbeiten an zwei weiteren Stellen. Die Gleiserneuerung bei der Byk-Chemie an der Abelstraße, die im Zusammenhang mit dem Bau der neuen Umgehungsstraße parallel zur Betuwelinie steht (RP berichtete ausführlich), zahlt die Stadt Wesel. Die Stadtwerke haben als Eigentümerin lediglich die Bauanträge gestellt und Verhandlungen mit den zuständigen Stellen geführt.

Und die Erneuerung der von Unkraut überwucherten, seit 2007 stillgelegten Hafenbahnstrecke zwischen dem Rammbock an der Fischertorstraße (Höhe Rheinstübchen) und dem Hafen selbst findet im Rahmen des Kaimauer-Neubaus statt. "Aktuell läuft die EU-weite Ausschreibung der Bauarbeiten", sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Franz Michelbrink. Er geht davon aus, dass bereits im Juli die vorbereitenden Arbeiten starten können. Die neue Kaimauer wird, so Michelbrink, etwa 1,30 Meter vor die alte gesetzt, der Zwischenraum verfüllt und die Oberfläche "hafentypisch" hergestellt. Anschließend sollen auf einer 600 bis 700 Meter langen Strecken entlang der Kaimauer die neuen Schienen der Hafenbahn verlegt, so dass im Frühjahr 2014 Güterzüge wieder zwischen Hauptbahnhof und Stadthafen verkehren können.

(RP/ac)