Günther Jauch: TV-Moderator von "Wer wird Millionär?" zu Gast in Wesel

TV-Moderator in Wesel auf Erinnerungstour: Steinstifter Jauch erstmals vor Fassade

Vor 16 Jahren hatte der TV-Star sich an der Rekonstruktion der Rathaus-Fassade beteiligt. Montag sah er sich das Ergebnis an.

Trotz vergleichsweise früher Stunde und eher abschreckenden Nieselregens kamen etliche Passanten in der Weseler Innenstadt am Montag in den Genuss eines seltenen Erlebnisses. Günther Jauch, Millionen als TV-Moderator bekannt, besuchte nach langer Zeit mal wieder die Stadt, mit der ihn viel verbindet. Sein Weg führte ihn unter anderem auf den Großen Markt, wo er sich vor allem für die rekonstruierte Fassade des historischen Rathauses interessierte. Vor fast genau 16 Jahren hatte er sich bei der Spendensammlung der Bürgerinitiative gleich für die Maximal-Variante entschieden und einen Stifterbrief für eine Zierform im Wert von 2500 Euro erworben. „Gern helfe ich mit. Betrag ist bereits überwiesen“, schrieb Jauch damals an die Koodinatorin des Vorhabens, Dagmar Ewert-Kruse. Deren Wunsch, dass Jauch öffentlichkeitswirksam beispielsweise 2007 bei der Grundsteinlegung dabei sein würde, erfüllte sich nicht. Er war damals verhindert. Am Montag sah er sich erstmals das Ergebnis an und war sichtlich angetan.

Die Anwesenheit Jauchs blieb in der Stadt nicht lange unbemerkt. Immer wieder blieben Passanten stehen, begrüßten den Gast und baten ihn um ein Foto mit sich. Den Wünschen kam er gerne nach, wenngleich er sich schon sorgte, dass es zu viele werden könnten. „Jetzt geht es doch los“, sagte er, fügte sich aber ins Schicksal vieler Personen von öffentlichem Interesse. Grund seines Besuchs war übrigens ein Termin in Bocholt. Den verband der in Potsdam lebende 62-Jährige damit, vorher in Wesel zu übernachten und sich etwas umzusehen. Im Gespräch mit unserer Redaktion konnten viele seiner Fragen zur Geschichte der Stadt, der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg sowie zum Bau der Trapp-Zeile auf dem Großen Markt, zur Rekonstruktion und dem, was zurzeit hinter der Fassade beheimatet ist, beantwortet werden. Dass Wesel im Krieg „arg geschunden“ worden war, war Günther Jauch bekannt. Schließlich hat er noch heute Verwandschaft in der Stadt, kennt etliche Stellen von Besuchen in der Kindheit, stellt daher auch Veränderungen im Stadtbild fest. Sein Großvater, der Offizier Hans Jauch, 1883 auf Gut Wellingsbüttel in Hamburg geboren und 1965 in Wesel gestorben, lebte schon zu Kaisers Zeiten hier. Sein Vater Ernst-Alfred Jauch (1920-1991), wurde in Wesel geboren und machte hier 1939 Abitur. 1953 startete er seine journalistische Laufbahn als Volontär bei der Rheinischen Post in Düsseldorf. Günther Jauchs Vetter Franz-Günther Goder, heute in der Türkei lebend, praktizierte in Wesel lange als Hautarzt.

Als Ministrant ist Günther Jauch vor allem die Weseler Martinikirche im Gedächtnis geblieben, während der evangelische Willibrordi-Dom ihm eher fremd war. „Da ging man als Katholik damals nicht hin“, sagte er. Den Dom hatte er als recht dunkel bis schwarz in Erinnerung, staunte daher sehr über das heute ausgesprochen helle Erscheinungsbild und kennt ihn mittlerweile auch von innen. Dass er das frühere Haus der Familie von Othegraven am Hansaring noch kennt, verwundert in lockerer Plauderei nicht. Jauchs Großmutter Elsa stammt aus der Familie. Jauch sorgte unter anderem dafür, dass deren Weingut an der Saar in Familienbesitz blieb.

Vor etwa 25 Jahren, so Jauch, war er zum letzten Mal in der Stadt, in der oft und gern über ihn gesprochen wird. Seit Montag tun dies noch ein paar Leute mehr, weil sie ihn nun persönlich etwas kennengelernt haben.

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