Wesel: Grundschule Feldmark: Anbau viel teurer

Wesel : Grundschule Feldmark: Anbau viel teurer

400 000 Euro teurer als geplant soll das Plusenergie-Haus an der Feldmarker Grundschule werden. Eine Alternative, sagt der Kämmerer, gibt's nicht.

400 000 Euro teurer als geplant soll das Plusenergie-Haus an der Feldmarker Grundschule werden. Eine Alternative, sagt der Kämmerer, gibt's nicht.

An der Feldmarker Gemeinschaftsgrundschule sind die Bauarbeiten für das Plusenergie-Haus, das unter anderem Platz für acht Klassenräume bieten soll, in vollem Gange. Vor gut einem Jahr hatte die Stadt als Bauherrin das Investitionsvolumen auf rund 1,272 Millionen Euro taxiert. Mittlerweile aber rechnet Kämmerer Paul-Georg Fritz, dass der gut 860 Quadratmeter große Bau inklusive Parkplätze Kosten in Höhe von 1,655 Millionen Euro produzieren wird.

Im Ausschuss für Gebäudeservice wird Fritz der Politik heute ab 16.30 Uhr im Rathaus Details zur Kostensteigerung mitteilen. In der Sitzungsvorlage der Verwaltung heißt es unter anderem, dass im September 2011, als die Kosten des Erweiterungsbaus zur Aufnahme in den Doppel-Haushalt angemeldet werden mussten, noch keine Angaben über das konkrete Raumkonzept vorlagen.

Die Planer gingen damals von einer Neubaufläche von 700 Quadratmetern aus. Mittlerweile aber steht fest, dass das Neubauprojekt mehr als 860 Quadratmeter Fläche umfasst und die versetzte Bauweise ebenfalls für höhere Kosten sorgt, so dass nun mit den bereits erwähnten 1,655 Millionen Euro kalkuliert wird. Die in diesem Zusammenhang denkbare Frage, ob die Weiternutzung des Schulgebäudes am Mühlenweg eine Alternative sein könnte, beantwortet die Verwaltung mit einem klaren Nein. Die Katholische Mühlenweg- und Holzweg-Schule sind bekanntlich im Sommer 2012 fusioniert.

Abgesehen davon, dass ein Weiterbetrieb der Feldmarker Gemeinschaftsgrundschule an zwei Standorten aus schulorganisatorischen Gründen nicht tragbar wäre, muss berücksichtigt werden, dass es sich bei dem Schulgebäude nahe der stark befahrenen Betuwe-Linie um ein Objekt aus dem Jahr 1904 und einen 1953 errichteten Anbau handelt. Beide Gebäudeteile müssten in den nächsten Jahren aufwendig saniert werden. "Eine grobe Schätzung besagt, dass sich über den Zeitraum von 30 Jahren ein Sanierungsaufwand von mehr als 1,5 Millionen Euro ergibt. Die Kosten für eine energetische Sanierung sind dabei noch nicht berücksichtigt", betont der Kämmerer. "Das bedeutet, dass das Schulgebäude zwar funktionstüchtig und verkehrssicher wäre, aber nicht den Anforderungen der Energieeinsparverordnung genügen würde." Um seine Aussage mit Zahlen zu untermauern, nennt er folgende Verbrauchswerte: Im vergangenen Jahr musste die Stadt für die Mühlenwegschule mehr als 32 000 Euro an Betriebskosten zahlen. Für den baulichen Unterhalt wurden knapp 12 000 Euro aufgewendet.

Die geschätzten Betriebskosten für den Erweiterungsbau am Holzweg liegen dagegen bei unter 15 000 Euro. Und noch eine Zahl spricht nach Überzeugung des Kämmerers für den Erweiterungsbau: "Im Vergleich zum Schulgebäude am Mühlenweg sparen wir mit dem Neubau pro Jahr etwa 20 Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid."

(RP/rl)
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