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Wesel: Grüne wollen zehn Windräder - "mindestens"

Wesel : Grüne wollen zehn Windräder - "mindestens"

Bereits im März 2011 haben die Weseler Grünen 100 Prozent regenerative Energie für Wesel gefordert. "Für den Bereich der Stromversorgung privater Haushalte haben wir einen Bedarf von zehn großen Windkraftanlagen neben 2500 privaten Fotovoltaikanlagen kalkuliert", sagten am Mittwoch Fraktionssprecher Thomas Koch und Energieexperte Ulrich Gorris.

Am Donnerstag wird das Thema im Stadtentwicklungsausschuss behandelt. Es gibt eine Potenzialstudie für Windkraftanlagen. Ergebnis: Nach Ausschluss der harten Tabukriterien — das sind angemessene Abstände zu Wohnbebauung und Naturschutzgebieten — können theoretisch auf 68 Hektar ca. 13 Windkraftanlagen errichtet werden — vorwiegend linksrheinisch. Gegen die Grüne Maximalvorstellung frischte am Mittwoch Gegenwind auf. Das linksrheinische Aktionsbündnis um Sprecher Dieter Pucher schrieb den Ausschussmitgliedern, dass es mit der Entwicklung nicht einverstanden sei.

Den Gegnern ist die Absicht der Verwaltung, die Abstände von Windmühlen zur Wohnbebauung aufs noch vertretbare Mindestmaß zu stutzen, verdächtig. Es gehe nur noch um Profit, sagte Pucher. An den Standorten Meerfeld in Büderich und Gindericherward, die Platz für weitere Anlagen bieten, seien die Schallwerte bereits überschritten. Die Grünen hingegen betonen den Charme der örtlichen Stromversorgung vom Windrad zur häuslichen Weseler Steckdose. "Die 13 Anlagen könnten über 80 Prozent des Strombedarfs der Weseler Haushalte decken. Wir Grünen fordern die Stadt auf, alle im Konzept als möglich ausgewiesenen Standorte 2 a und 2 b (wie berichtet rechts- und linksrheinisch gelegen) intensiv zu prüfen, um diese als Konzentrationszonen für Windenergieanlagen auszuweisen", sagen Gorris und Koch.

Bedenken aus Büderich und Ginderich, wo sich die bisher einzigen Weseler Windräder drehen, es bereits Proteste gab und nun weitere Belastungen befürchtet werden, halten sie schlicht für "sachfremd". Wörtlich: "Solche Erwägungen, wie eine gleichmäßige Verteilung von Windkraftanlagen auf die rechte und die linke Rheinseite, lehnen wir ausdrücklich ab."

Bei der Planung und der Realisierung der Windparks — etwa im Bereich der Abgrabung Pettenkaul bei Ginderich — sollen nach Ansicht der Grünen die Weseler Stadtwerke die Federführung übernehmen. "Wir Grünen bevorzugen Finanzierungsmodelle mit einem möglichst hohen Anteil an Bürgerbeteiligung. Der erzeugte Strom soll direkt vor Ort vermarktet werden und dazu beitragen, Weseler Bürger und Gewerbeunternehmen kostengünstig mit umweltfreundlich erzeugtem Strom zu versorgen. Die Gewinne sollen ebenfalls vor Ort bleiben", heißt das Grüne Credo.

(thh)