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Grüne kritisieren in Hamminkeln kritisieren Walter Münnich von Pro Mittelstand

Debatte in Hamminkeln : Grüne kritisieren Pro-Mittelstand-Chef

Auch der CDU-Stadtverband legt mit „glasklarer Abgrenzung von Rechtsaußen“ nach.

Thomas Becker, Vorsitzender der Hamminkelner Grünen, hat auf den Auftritt des umstrittenen Gastredners Markus Krall beim Neujahrsempfang von Pro Mittelstand reagiert. Auch die CDU legte noch einmal nach: Der Stadtverband positioniert sich mit einer „glasklaren Abgrenzung von Rechtsaußen“.

„Wir Grüne sind entsetzt über den Auftritt und die Aussagen von Krall. Wir distanzieren uns klar und eindeutig von jeglichem rechten Gedankengut und deren Fürsprechern und Steigbügelhaltern“, sagte er. Die Darstellungen des Redners seien zum Teil nicht mehr zumutbar gewesen. „Gäste mit Charakter“ hätten diese Veranstaltung dann auch verlassen. Krall war von Pro Mittelstand kurzfristig als Ersatzredner für den erkrankten Roland Tichy geholt worden. Auch dann, so Becker, gelte eine „gewisse Sorgfaltspflicht, gerade in Zeiten wachsender Hetze und Radikalisierung“. Wer Menschen wie Bafög-Empfängern oder Sozialhilfebeziehern das Wahlrecht abspricht und eine Lockerung des Waffenrechts fordert, sei nicht geeignet als Gastredner. Aber: Die Grünen wollen nicht einen Verein wie die Mittelstandsgruppierung verunglimpfen. Becker: „Selbstkritisch zu sein, ist halt auch eine besondere Stärke, die man hier bedauerlicherweise sehr vermisst.“ Damit zielt er auf den Vorsitzenden von Pro Mittelstand, Walter Münnich.

„Viele Parteikolleginnen und -kollegen haben mich auch auf den unsäglichen Auftritt eines Rechtspopulisten, der im Übrigen auch bei AfD-Veranstaltungen auftritt, angesprochen, der vom Pro-Mittelstand-Vorsitzenden ins Landhaus Ridder eingeladen worden ist“, sagte am Freitag CDU-Parteichef Norbert Neß. Und: „Mit Vereinen, Initiativen oder Gemeinschaften, die der AfD, ihren Stichwortgebern oder anderen rechtspopulistischen Kräften ein Forum bieten, wollen und dürfen wir nichts zu tun haben oder gar mit ihnen kooperieren. An ihren Veranstaltungen, Podiumsdiskussionen zur Wahl oder anderen Formaten werden Vertreter der CDU nicht teilnehmen.“

In der CDU-Erklärung heißt es weiter: „Wir werden vor und nach der Kommunalwahl in keinerlei Weise mit politischen Kräften von Rechtsaußen zusammenarbeiten.“ Die CDU Hamminkeln lehne darüber hinaus jegliche Form von Extremismus und Radikalismus ab, ob von rechts oder von links. Eine undifferenzierte Gleichsetzung von Linksradikalismus und Rechtsradikalismus dürfe es aber nicht geben.

(thh)