Wesel: Große Koalition wechselt Kämmerer aus

Wesel: Große Koalition wechselt Kämmerer aus

Paul-Georg Fritz soll nicht wiedergewählt werden, CDU-Mann Klaus Schütz soll übernehmen.

Die Personalie kommt nicht unerwartet: In einer gemeinsamen Pressekonferenz haben die Fraktionschefs von CDU und SPD, Jürgen Linz und Ludger Hovest, gestern angekündigt, an der Spitze der Kämmerei einen Wechsel vornehmen zu wollen: Paul-Georg Fritz wird demnach nicht wiedergewählt, er soll nach Ende seiner achtjährigen Amtszeit Ende Januar abtreten. An seine Stelle soll Klaus Schütz zum 1. Februar 2019 rücken, derzeit Ordnungsdezernent in Wesel. Bei der nächsten Ratssitzung soll die Personalie beschlossen werden. Offen ist noch, wer an die Stelle von Schütz in einem neuen Dezernat mit den Fachgebieten Gebäudeservice, Informationstechnik, Personal, Organisation und Recht folgt. Die Stelle soll ausgeschrieben werden.

Foto: Jana_Bauch

Jürgen Linz und Ludger Hovest begründeten die Entscheidung damit, dass es in den vergangenen Jahren immer wieder Unstimmigkeiten mit Kämmerer Fritz gegeben hatte. "Das Vertrauensverhältnis zu Herrn Fritz war seit längerer Zeit gestört", sagte Jürgen Linz. Das Tischtuch sei spätestens 2014 zerschnitten gewesen. Immer wieder habe die Politik von Fritz verlangt, dass er Haushalte mit einer schwarzen Null vorlegt. Stattdessen habe der Kämmerer immer wieder auf die Notwendigkeit von Steuererhöhungen verwiesen.

Foto: Jana Bauch

Mit dem Verwaltungsexperten Klaus Schütz wechselt ein Mann in die Kämmerei, bei dem sowohl SPD als auch CDU auf eine pflichtgetreue Erfüllung der Aufgaben setzen können. Schütz, darauf verwies gestern Jürgen Linz, habe zur Tätigkeit im Weseler Rathaus auch Betriebswirtschaftslehre studiert, sei also ein "ausgewiesener Fachmann", so Linz. Sieben Jahre sei er als Fachbereichsleiter auch für die Kämmerei mitverantwortlich gewesen. "Er hat unser Vertrauen, dass er für die Bürger gute Politik macht."

Foto: Klaus Nikolei

Ludger Hovest sagte: "Wir erwarten, dass ein Kämmerer der Politik positiv zuarbeitet." Es habe bei Fritz nie einen Haushaltsentwurf auf Nullniveau gegeben. "Wir erwarten, dass der Kämmerer die Ideen aus der Politik, und ich sage ausdrücklich - aller Fraktionen - aufnimmt und daraus einen Haushalt aufstellt."

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Auf die Frage, auf welchem Wege Fritz davon erfahren werde, sagte Hovest gestern: "Morgen." Dass ein Wahlbeamter nicht in seinem Amt bestätigt wird, sei ein "völlig normales Geschäft", sei auch in Wesel schon vorgekommen.

Wie die neue Stelle besetzt wird, ob eine der Parteien den Erstzugriff hat, darüber machten die Fraktionschefs keine Angaben. Es gibt vier Spitzenkräfte in der Verwaltung: zwei mit SPD-Parteibuch (Ulrike Westkamp und Rainer Benien), einen mit CDU-Parteibuch: Klaus Schütz. Aus paritätischen Gründen müsste die CDU Zugriff haben, doch Hovest hat schon eingewilligt, der CDU das wichtige Amt der Kämmerei zu überlassen.

Und auch bei einer anderen Frage waren die Fraktionschefs gestern nicht festgelegt: Wird die neue Beigeordnetenstelle aus Gründen der Geschlechtergerechtigkeit mit einer Frau besetzt? "Wir sind da offen", sagte Ludger Hovest - und verwies darauf, dass es auf Posten dieser Art kaum Bewerbungen von Frauen gebe. "Eine B2-Stelle in der Weseler Stadtverwaltung, da werden wir schon jemanden finden."

(RP)