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Kreis Wesel: Grill-Truppe bei Deutscher Meisterschaft

Kreis Wesel : Grill-Truppe bei Deutscher Meisterschaft

Sechs Freunde aus Hamminkeln-Ringenberg laufen am Grill zu Höchstform auf. Ihre Tricks, ihre Rezepte.

"Wild HOGS" — ein Name wie ein Indianerstamm. Den wildschweinischen Titel haben sich die Mitglieder einer harmlosen Amateur-Grill-Truppe aus Hamminkeln-Ringenberg gegeben. Er ist zusammengesetzt aus den Anfangsbuchstaben der Ur-HOGS Hannes (Grunden), Olli (Manger), Guido (Jellonek) und Stefan (Knipping). Dazu gestoßen sind vor kurzem noch "Knecht 1" (Uwe Just) und "Knecht 2" (Oliver Wolf). Knecht ist selbstverständlich freundschaftlich gemeint. Die beiden Neuen sind vollwertige Kräfte am Grill. Die Diener unterstützen die "Wild HOGS" am Wochenende Deutschen Meisterschaften im Grillen.

 Die Klassiker für Grillfreaks: Spareribs müssen lange garen und immer wieder eingepinselt werden, damit sie richtig zart werden.
Die Klassiker für Grillfreaks: Spareribs müssen lange garen und immer wieder eingepinselt werden, damit sie richtig zart werden. Foto: Bosmann, Jürgen (bosm)

Die Jungs kennen sich seit Kindertagen. Als eingeschworene Grill-Truppe gibt's sie allerdings erst seit einem guten Jahr. Damals fragte Heiner Egeling, Vorsitzender der Dingdener Interessen- und Werbegemeinschaft (DIWG), bei Stefan Knipping, dem "S" der HOGS, ob er Lust hätte, mit seinen Freunden an den Dingdener Grillmeisterschaft teilzunehmen. Der fragte die anderen — die waren begeistert. Bei der Premiere heimsten die HOGS direkt Platz eins ein. "Wir machen das wirklich aus Spaß an der Freude", betont Stefan Kniping. Grillen sei halt nur ihr großes Hobby. Das pflegen sie in ihrer Freizeit leidenschaftlich, zur Freude aller Freunde und Familien. Wenn die Holzkohle nicht glüht, sind die HOGS Polizisten, Briefträger, Schlosser oder IT-Betreuer. Allenfalls Guido Jellonek ist vom Fach als Gastronom im Motorrad-Treff "Roadhouse".

 Gemüse vom Grill ist echt lecker: Hier brutzeln Röstis aus Möhren und Kartoffeln. Dazu passt zarter Lachs.
Gemüse vom Grill ist echt lecker: Hier brutzeln Röstis aus Möhren und Kartoffeln. Dazu passt zarter Lachs. Foto: Jürgen Bosmann

Trainiert wurde seit dem Sieg in Dingden etwa einmal pro Woche, auch im Winter. Jedes Mal wurden neue Rezepte ausprobiert. Sogar verschiedene Kuchen wurden auf dem Grill lecker gar. Aber am liebsten essen die Meister-Griller Rippchen oder Pulled Pork — zehn Stunden lang auf dem Grill gegartes Schweinefleisch. Kategorie: sehr zart. Dazu gibt's selbst gemachte Soßen. Und die gesamte Freundesschar wird eingeladen.

 Exaktes Einhalten der Temperatur ist nicht nur in der Sterne-Küche wichtig. Auch Grill-Meister achten darauf.
Exaktes Einhalten der Temperatur ist nicht nur in der Sterne-Küche wichtig. Auch Grill-Meister achten darauf. Foto: Bosmann, Jürgen (bosm)

Bei der Deutschen Meisterschaft, die morgen und Sonntag in Göppingen ausgetragen wird, müssen die Teams zu jeder Stunde ein Gericht zur Geschmacksprobe fertig haben. Sieben Gänge stehen auf der Speisekarte. Bratwurst, Spareribs, Fisch, Chicken, Rib Eye und Beef Brisket heißen die ersten sechs Gänge, die jeweils mit Beilage gereicht werden. Beim krönenden Dessert ist erlaubt, was gefällt.

Für die Meisterschaft haben sich die HOGS ein neues Team-Outfit gegönnt: obligatorische Grill-Schürzen, bedruckte braune T-Shirts, Schuhe sowie schicke graue Hüte mir den jeweiligen Anfangsbuchstaben oder im Falle der Knechte eben Zahlen. Denn in Göppingen wird es außer der geschmacklichen Bewertung des Grill-Menüs auch eine "Fun-Wertung" geben. Dafür haben sich die Ringenberger Jungs einiges einfallen lassen. So wird der Grill-Stand als Schweine-Stall dekoriert. Und eine Überraschungs-Performance haben sich die HOGS auch überlegt.

Zur Meisterschaft werden sie 120 bis 150 Kilogramm Kohle mitnehmen. Außerdem werden ein Flachgriller, ein Smoker, fünf große und ein kleiner Kugelgrill, drei Go-Anywhere-Grills sowie sechs Anzünd-Kamine auf den Lkw gepackt.

Jetzt luden die Wild HOGS zur Generalprobe für die Deutsche Meisterschaft ein. Getestet wurde der zeitliche Ablauf unter Wettkampf-Bedingungen. Um Punkt 11 Uhr ging's los, und zwar auf zehn Grills — ganz wie bei der Deutschen Meisterschaft.

Für die Testesser, Freunde und Familie, gab es leckere Sachen zu probieren. Röstis aus Möhre und Kartoffeln und darauf zarter Lachs, Kartoffelsalat oder auch die obligatorischen Nackensteaks wurden für die Gäste zubereitet. Alle Garzeiten wurden exakt in einen Plan übertragen, damit bei der Meisterschaft alles auch auf die Minute passt.

Und auch die Rippchen, die im Smoker sechs Stunden gegart wurden, und das Beef Brisket, das sogar ganze zehn Stunden braucht, wurden aufgetischt. Diese beiden Gerichte sind unter Kennern immer das Highlight und werden sehr gerne genommen. Aus der Generalprobe wurde ein kleines Gartenfest, das vor allem den sechs Hobby-Grillern sehr viel Spaß machte.

Zwar lief, wie es bei einer Generalprobe halt sein sollte, nicht alles nach Plan, und der Zeitablauf verschob sich etwas nach hinten. Doch alle Gäste waren am Ende zufrieden — und vor allem lecker satt.

(RP/rl)