Wesel: Gospel für die guten Sachen

Wesel : Gospel für die guten Sachen

Die Gospel People St. Antonius begeisterten im Weseler Bühnenhaus.

Glorious heißt das Programm, mit dem die Gospel People St. Antonius im Bühnenhaus ihr achtes Benefizkonzert bestritten, und so war es auch: glorious, wunderbar. Wer sich allerdings unter Gospel die afroamerikanischen Songs einer Mahalia Jackson vorgestellt hatte, der wurde eines Besseren belehrt: Die Gospel People kommen modern mit Rock und Pop daher. Ein Gospel ist schlicht ein geistliches Lied, und glorious kann auch ruhmreich bedeuten. Und darum geht es den 37 Aktiven - zu Gottes Ruhm zu singen. Sie haben sehr viel Spaß dabei, das ist deutlich zu spüren. Stimmlich sind die Gospel People gewaltig, und auch ihre Solisten verstehen ihr Fach. Nicht zu vergessen die Band, fünf Männer an Klavier, Schlagzeug, Bass und Gitarren sowie eine Saxofonistin. Man mag es kaum glauben, dass nicht ein einziger Berufsmusiker unter ihnen ist. Zwischen beiden turnt im wahren Sinne des Wortes Stephan Marten herum, Chorleiter und obendrein siebter Gitarrist. Ganz nebenbei dirigiert er noch sicher den Chor, den der 30-Jährige nun seit fünf Jahren leitet.

"Wenn es zeitlich gepasst hätte, hätten wir zusammen Musik gemacht", sagt Marten lachend über Queen, als er das 1976 von Freddie Mercury geschriebene "Somebody To Love" ankündigt - einen Höhepunkt des Abends. Anja Hofer gelingt es mit ihrem klaren Sopran fast, Mercurys Tenor zu vergessen.

Stephan Marten wollte zumindest ein Lied bringen, das noch kein Chor der Welt gesungen hat. Er fand keines, also schrieb er eins. "Whereever You May Be" heißt das vergleichsweise ruhige Stück. Nach der Pause gab das Weseler Trio Tres Amigos eine Blues-Einlage.

Der Erlös des Konzerts kommt wieder zwei Hilfsprojekten zugute. Die Cassiopeia-Stiftung unterhält in Wesel ein Wohnprojekt, das Behinderten ermöglicht, selbstbestimmt zu leben, und SEKA organisiert psychologische Betreuung für im Krieg vergewaltigte Frauen in Bosnien. Das Publikum hat während des Konzerts noch weitere 1 620 Euro gespendet.

(RP)
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