Goldhochzeit bei den Fredes in Ringenberg

Goldhochzeit bei den Fredes in Ringenberg : Zwei Stadtmenschen mögen das Dorf

Ellinor und Klaus Frede feiern goldene Hochzeit. Sie haben ihr Zuhause und ihr soziales Umfeld in Ringenberg. Oft fahren sie in ihre Heimat Münster.

Klaus Frede ist 77 und ein agiler Mann. Er ist ein Senior, der sich gerne in Gemeinschaft begibt und immer etwas anschieben muss. Seine „treibende Kraft“, so sagt der Ringenberger, sei aber seine Frau Ellinor. „Gib bloß nicht alles auf, was Du in der CDU und bei Vereinen tust“, sagt sie. Du brauchst das.“ Sie lacht und bestätigt ihn sofort, während das Ehepaar gemütlich auf der Terrasse seines Hauses fast in Sichtweite des Schlosses Ringenberg sitzt. Das spielte in Klaus Fredes aktivem Leben natürlich auch eine Rolle. Der Schlossgarten war seine Herzensangelegenheit, zusammen mit dem verstorbenen Jürgen Kuran hat er daran gearbeitet, das heruntergekommene Schlossumfeld auf Vordermann zu bringen. Jetzt aber ist der Moment da, innezuhalten.

Die Fredes feiern goldene Hochzeit, vor genau 50 Jahren, am 18. April 1969, haben sie geheiratet. Am 1. Mai wird gefeiert, wie es sich für Ringenberger gehört – mit einem Fest im Gasthof Buschmann an der Hauptstraße. Wie sie einst zusammenkamen, war zeittypisch. Im Cafe Servatii in Münster trafen sie sich zum Tanz, Live-Musik gehörte damals dazu. „Ellinor und ihre Zwillingsschwester kamen identisch gekleidet, ich musste mir nur die Richtige aussuchen“, sagt Klaus Frede. Der erste Blick sei der richtige gewesen, die Verlobung folgte bald, 1969 wurde geheiratet, und beruflich verschlug es den Gärtnermeister nach Wesel. Bei der Erzeugergenossenschaft (EGN) am Schepersweg dirigierte er die Blumenauktion, 36 Jahre lang war Frede hier als Auktionator in seinem Element. Über eine Runde in Büderich, wo das Paar wohnte, ging es vor 44 Jahren nach Ringenberg. Damals war Tochter Sabine im Anmarsch.

Ellinor arbeitete später in der Flüchtlingshilfe im Dorf mit, Klaus stieg in politische und soziale Arbeitsfelder ein. Bei der CDU war er 13 Jahre Ortsvorsitzender in Ringenberg, 37 Jahre im Vorstand, zehn Jahre in der Ratsfraktion, außerdem Sachkundiger Bürger. Besonders aktiv ist er aktuell bei der Senioren-Union, deren Vize-Vorsitzender er in Hamminkeln und Vorstandsmitglied im Bezirk Niederrhein ist. „Ich bin der Adjutant von Heinz Breuer, dem Vorsitzenden“, sagt er und weiß, dass beide ein Team sind und der eine ohne den anderen nicht kann. Die Seniorenarbeit finden zudem beide Fredes sehr wichtig. In Togo war Klaus Frede mit Annemarie Klockes Verein Neuer Horizont, Hilfsgüter hat er mit Jürgen Kurans „Teddybären“ nach Bosnien gebracht, in der Kleiderkammer der Caritas in Dingden packt er mit an, und was ihm besondere Freude bereitet, ist die Seniorenbegleitung im Altenheim St. Josef Dingden. Sonst noch was? Nicht zu vergessen die Heimat- und Brauchtumspflege im Heimatverein Ringenberg, die Mitgliedschaft unter anderem im Schützenverein und das Denkmal und die symbolischen Stolpersteine für die jüdische Ringenberger Familie Marchand, deren Lebens- und Leidensweg Klaus Frede erforscht hat. Seine Frau begleitet all das mit starker Unterstützung.

Im Dorf verwurzelt, sicher, dennoch keine Dörfler, sondern nach Jahrzehnten immer noch Stadtmenschen – auch dieser scheinbare Gegensatz gehört zu den Fredes. Sie sind Westfalen geblieben, die von Münster an den Niederrhein kamen, und sie zieht es immer wieder in die schöne Stadt zurück. „Wir sind Stadtmenschen geblieben, alle zwei Wochen fahren wir hin, um zu bummeln. Und zuerst zum Prinzipalmarkt.

Als wir damals ins Dorf kamen war das für uns eine gewaltige Umstellung“, erzählt das Ehepaar. Das gilt auch für die gebürtige Schlesierin Ellinor, die Münster sehr mag, und erst recht für Klaus. Mit sechs Geschwistern wuchs er in Münster auf, spielte als Kind in den Kriegstrümmern und erlebte viel. Aber das ist eine andere Geschichte.

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