Ginderich: Hausherr zeigt kf40-Heim am Schwarzen Weg

Wesel : Besuch im Haus ohne Heizkosten

In Ginderich wurde beim Architekturtag ein KfW-40plus-Haus präsentiert. „Seit Januar habe ich mit der Photovoltaikanlage rund zwei Megawatt produziert und im gleichen Zeitraum etwas mehr als drei Megawatt verbraucht“, erzählt Thiemo Hommen.

Ein besonderes Energiesparhaus ist in Ginderich beim Tag der Architektur präsentiert worden: Der KfW-40plus-Standard wird oft auch als „Haus ohne Heizkosten“ beschrieben und macht schnell deutlich, dass es bei der gesamten Haustechnik um immer das gleiche Thema geht: Energieeffizienz. Thiemo und Jaqueline Hommen wohnen gut ein halbes Jahr in ihrem Traumhaus am Schwarzen Weg – sie haben das Einfamilienhaus zusammen mit der Firma Viebrockhaus aus der Region Stade als Massivhaus erbaut. Auf den ersten äußeren Blick ist das Haus ein ansprechendes, neues Einfamilienhaus. Auf den zweiten äußeren Blick entdeckt man gleich mehrere Dinge, die auf aktuelle und effiziente Haustechnik hindeuten.

So findet man vor dem Haus eine kleine Luft-Wasser-Wärmepumpe und auf dem Hausdach natürlich eine Photovoltaikanlage, die in ihrer Dimension in erster Linie am Stromeigenbedarf des Hauses beziehungsweise der Familie ausgerichtet ist. „Fossile Brennstoffe brauchen wir für die Beheizung unserer rund 140 Quadratmeter Wohnfläche nicht“, erklärt Hausherr Hommen, dessen Technikaffinität sich im Haus klar ausmachen lässt. „Ich kann alles per App steuern und regeln“, erklärt er gerne den interessierten Besuchern, die Informationen sammeln und notieren, um das eigene Häuschen auch energetischer zu machen.

„Seit Januar habe ich mit der Photovoltaikanlage rund zwei Megawatt produziert und im gleichen Zeitraum etwas mehr als drei Megawatt verbraucht“, erzählt Hommen. Das Prinzip ist konsequent und simpel zugleich. Wärme, die sich im Haus befindet, wird durch die Lüftungsanlage, die alle Räume des Hauses einschließt, mehrfach genutzt. So heizt zum Beispiel die Abwärme beim Duschen das Kinderzimmer von Leonas Hommen (2 Jahre).

Alle Anlagenteile, die die Energieeffizienz betreffen – wie zum Beispiel die Hausbatterie, den Luftfilter, den Wechselrichter oder die LAN-Zentrale – bündelt die Firma Viebrockhaus bei ihren individuellen Bauvarianten in einem Technikraum, den Thiemo Hommen im Detail und mit großer Begeisterung erklärte.

Zudem nutzt Hommen – der sich als Wahl-Gindericher im Ort schon sehr wohl fühlt – auch bereits viele Komponenten der sogenannten Smart-Home-Technik (z.B. LAN-gesteuerte Waschmaschine, Dachfenster und Türglocke samt Videobild und Gegensprechanlage).

Hausherr Thiemo Hommen präsentiert an seinem Haus die App, auf der die momentane Leistung der Photovoltaik-Anlage auf dem Dach angezeigt wird. Foto: Gerd Hermann/FFS

Die Kosten für ihr sparsames KfW-40plus-Haus beliefen sich zum Zeitpunkt der Ausfertigung auf rund 350.000 Euro ohne Grundstück. „Uns macht die moderne Technik das Leben leichter“, freut sich Familie Hommen, die übrigens im Winter gerne auch ein echtes Holzfeuer im Kaminofen entzünden.

(MM)
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