Wesel: Ginderich hat einen neuen Verein zur Förderung von Kunst und Kultur

Wesel: Ginderich hat einen neuen Verein zur Förderung von Kunst und Kultur

Die Gindericher sind stolz auf ihre Kirchenorgel, ein mehr als 100 Jahre altes Instrument aus Liverpool. Ein wahres Schmuckstück, findet Marie-Therese Bauer. "Viel zu schade, um darauf nur Gottesdienste zu begleiten." Mit dieser Ansicht steht die Gindericherin nicht allein da, und so fand sie schnell Gleichgesinnte, mit denen sie einen Plan schmiedete: Gemeinsam gründeten sie einen Verein, um den Klang der Orgel auch Nicht-Kirchgängern präsentieren zu können, und Kunst und Kultur in Ginderich zu fördern. Gesagt, getan: Im Februar setzten sich engagierte Dorfbewohner zusammen, mittlerweile ist der "Verein zur Förderung von Kunst und Kultur St. Mariä Himmelfahrt Wesel-Ginderich" gegründet und als gemeinnützig eingestuft. Und für die erst kurze Lebensdauer ihres Vereins haben die derzeit rund 20 Mitglieder schon eine ganze Menge auf die Beine gestellt.

So steht im Herbst etwa das erste Orgelkonzert unter der Regie des neuen Kulturvereins an. Am 30. Oktober gastiert der Düsseldorfer Organist Alexander Herren in der Gindericher Wallfahrtskirche. Am 9. September steht Improvisationstheater im Pfarrheim neben der Kirche auf dem Programm, am 10. Dezember noch einmal. Zudem ist ein Auftritt des Bislicher Gospelchores in der zweiten Jahreshälfte geplant.

Aber der Verein möchte noch mehr, die Aktiven wünschen sich, Kindern und Jugendlichen eine kreative Heimat in Ginderich zu geben. "Denn in einem Ort, in dem es keine Schule mehr gibt, verlieren Kinder sonst schnell ihre Wurzeln und brauchen deshalb einen neuen Bezugspunkt", ist die Vereinsvorsitzende Marie-Therese Bauer überzeugt. Und ihr Stellvertreter Herbert Wesely ergänzt: "Wir möchten auch Künstlern eine Plattform geben - eine Möglichkeit, aufzutreten und bekannter zu werden." Das gelte nicht nur für Musiker, sondern auch für Maler, Bildhauer, Schriftsteller und andere Kreative.

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Nach dem Sommer würde der Verein außerdem gern Instrumentalkreise etablieren und sucht dafür Musiker, die mitmachen wollen. Und letztlich soll die Gruppe auch Treffpunkt und Austauschmöglichkeit für Gindericher Musiker, Künstler und Talente werden. In der Kirche und im Pfarrheim, aber auch auf dem Platz davor. "Wir möchten hier gern eine kulturelle Dorfmitte schaffen", sagt sich Herbert Wesely. Veranstaltungen in Scheunen, in der Gaststätte "Op de eck" oder im privaten Wohnzimmer sind aber ebenso geplant.

(gasch)
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