Hamminkeln: Gewinnorientierte Zweierbeziehung

Hamminkeln: Gewinnorientierte Zweierbeziehung

Die Heinrich-Meyers-Realschule und der Express-Dienstleister TNT haben gestern einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Der regelt verbindlich die Zusammenarbeit von Schule und Unternehmen. Schüler rücken nah an die Berufswelt, TNT hat qualifizierten Nachwuchs im Auge.

Eine Unterschrift sorgte gestern Morgen für Festtagsstimmung an der Heinrich-Meyers-Realschule in Hamminkeln. Grund: Die Schule und der international agierende Paketdienstleister TNT unterzeichneten einen Vertrag. Der schreibt die Kooperation zwischen dem Unternehmen mit Depot-Sitz an der Güterstraße und der Schule verbindlich fest. Die Ehe ist zwar nicht für die Ewigkeit, doch auf lange Sicht geschlossen. Alle Beteiligten waren sich einig: Das Beispiel soll Schule machen.

„Wir wollen die Besten“

Dass Schulen und Firmen Kontaktpflege betreiben, ist in Zeiten vorgeschriebener Schulpraktika nicht mehr so ungewöhnlich. Dass Regeln der Kooperation zwischen Bildung und Beruf aber formal festgelegt und deren Einhaltung regelmäßig überprüft werden, dagegen schon. Gewinn von der neuen Partnerschaft versprechen sich beide: die Schule oder besser die Schüler, die von der Nähe zur Welt der Arbeit profitieren, und das Unternehmen, das sich im verschärfenden Wettbewerb um qualifizierten Nachwuchs eine gute Ausgangsposition verschaffen möchte. „Wir wollen die Besten“, sagte Peter Bullmann, Leiter der TNT-Niederlassung an der Güterstraße und Herr über rund 80 Beschäftigte, ganz unbescheiden und in aller Offenheit. Auch Rektor Manfred Niespor freute sich über den Bund fürs Leben nach der Schule: „Wir bilden für den Beruf aus und erwarten uns daher eine ganze Menge von dem Projekt.“ Bürgermeister Holger Schlierf gratulierte der ambitionierten Gewinn-Gemeinschaft: „Hier kommen eine sehr gute Schule und eine tolle Firma zusammen.“

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Ernstfall Bewerbung im Test

Eckpunkte der Kooperation: In Workshops stellen sich TNT-Beschäftigte und Azubis interessierten Schülern vor oder werden zu einem zweitägigen Innovationsspiel eingeladen; Schüler der Klasse 9 bewerben sich auf eine fiktive Stelle, führen ein Bewerbungsgespräch und bekommen Rückmeldung aus der Personalabteilung, um ihre persönlichen Stärken und Schwächen besser einschätzen zu können.

Die Kinder dieser neuen Beziehung werden fast zwangsläufig zu Global Playern. Gemeinsam mit TNT wird gerade eine Bild-CD produziert, auf die die Comic-Figur Herry M. (Schöpfung von Kunstpädagoge Egbert Hense) Schule und Firma vorstellt. Den Sympathieträger verteilt der weltweit agierende Expessdienst über den ganzen Globus. „Wir sind gespannt auf die Botschaften, die uns bald erreichen“, so Kunstlehrerin Ursula Meyer, die mit Schülern an einem Kunstkalender „Transport“ arbeitet. Die Bilder werden im Depot ausgestellt. Klar, dass auf der „Hochzeitsfeier“ gestern viel getanzt wurde.

(RP)
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