Gewässerschau im Gahlener Torfvenn: Die meisten Bäche liegen trocken

Gewässerschau im Gahlener Torfvenn: Die meisten Bäche lagen 2018 trocken

Eine Gewässerschau ohne Wasser in den allermeisten Gräben: An eine solche Situation konnte sich keines der Mitglieder des Wasser-und Bodenverbandes erinnern.

Einmal jährlich starten die Mitglieder des Wasser-und Bodenverbandes Gahlener Torfvenn zu ihrer Verbandsschau. An diesem Tag werden alle Gewässerstrecken, Grundstücke und Anlagen überprüft, die zum Verbandsgebiet gehören. An der letzten Rundfahrt durch das 90 Hektar große Verbandsgebiet begleitete die Redaktion Verbandsvorsteher Wilfried Unterberg und eine Gruppe von Verbandsmitgliedern. Das Verbandsgebiet umfasst im Wesentlichen das östliche Teileinzugsgebiet des Rehrbaches zwischen den Überfahrten „Kuhweg“ und „Am Rehrbach“. Dazu gehören die zuführenden Gräben und sonstigen Gewässer mit einer Gesamtlänge von sechs Kilometern sowie die fünf Kilometer langen Wege, welche zur Unterhaltung dieser Gewässer dienen.

Eine Gewässerschau ohne Wasser in den allermeisten Gräben: An eine solche Situation konnte sich kein Teilnehmer an der Gewässerschau erinnern. Sogar der Rehrbach führte auf weiten Strecken kein Wasser. Lediglich im Bereich des Torfvenns gelangte hier und da ein wenig Wasser durch die Drainage in den Bach, um nach einem kurzen Stück wieder zu versickern, besonders dort, wo sandiger Boden ansteht.

Im Mittelpunkt der Rundfahrt und der Wanderungen standen jene Stellen im Bereich des Gahlener Torfvenns zwischen Gahlen-Bruch und Besten, an denen der Ahauser Lohnunternehmer Bernd Uhling im Auftrag des Verbandes drei Tage lang mit einem Schlegelmäher und einem Bagger Pflegemaßnahmen im Bereich der Gewässer und ihrer Banketten durchgeführt hatte. Wo sich zu viel Sand abgelagert hatte, musste dieser entfernt werden, damit die Vorflut überall richtig funktionieren kann. „Die Erhaltung des Gewässerbettes ist sehr wichtig“, erläuterte Wilfried Unterberg die Zielsetzung der Gewässerschau. Sie gewährleiste einen Abfluss der nachrangigen Gräben und schließlich der in den Acker- und Wiesenflächen liegenden Drainagerohre, die dafür sorgten, dass Vernässungsbereiche vermieden würden.

Zur Sicherung eines ordnungsgemäßen Wasserabflusses gehören auch die Erhaltung der Ufer und die Freihaltung der Ufer für den Wasserabfluss. Dabei müsse gewährleistet bleiben, dass das Gewässer als Lebensraum für wild lebende Tiere und Pflanzen erhalten bleibe und sogar gefördert werde. Um dieses Ziel zu erreichen, setzt der Wasser- und Bodenverband auf eine enge Zusammenarbeit zwischen Landwirten, Umweltverbänden und der Wasserwirtschaft. Alle Mängel, die unterwegs entdeckt wurden, flossen in ein Protokoll ein, das der Aufsichtsbehörde, dem Kreis Wesel, auf Verlangen zugeschickt wird. Der Verbandsvorsteher veranlasst die schnellstmögliche Beseitigung der festgestellten Mängel.

In der Regel gelingt es dem Verbandsvorsteher, die Eigentümer der Ufergrundstücke zu motivieren, die Grundstücke so zu bewirtschaften, dass die Unterhaltung der Verbandsgewässer nicht beeinträchtigt wird. Um eventuelle Fehler festzustellen, dürfen die vom Verband beauftragten Personen jederzeit und ohne Ankündigung die im Verbandsgebiet gelegenen Grundstücke betreten.

Um eine systematische Bewirtschaftung des Verbandsgebietes zu ermöglichen, zu dem 52 Mitglieder gehören, wird für alle Einnahmen und Ausgaben für jedes Rechnungsjahr ein Haushaltsplan aufgestellt. Dieser Haushaltsplan muss in Einnahmen und Ausgaben ausgeglichen sein. Zur Finanzierung der Ausgaben erhebt der Verband von seinen Mitgliedern Beiträge. Das ist in der Regel ein Geldbetrag, kann aber auch Sachbeiträge beinhalten. Wer seinen Beitragszahlungen nicht nachkommt, muss mit einem Säumniszuschlag rechnen. Kommt ein Verbandsmitglied den Anordnungen des Verbandes nicht innerhalb der gesetzten Frist nach, ist der Vorsteher berechtigt, die Maßnahme durch einen Dritten erledigen zu lassen oder ein Zwangsgeld zu erheben.

„Auch der Verband wird kontrolliert“, berichtete Wilfried Unterberg von der Rechtsaufsicht durch den Landrat des Kreises Wesel. Die Aufsichtsbehörde könne sich über die Angelegenheiten des Verbandes nach eigenem Ermessen unterrichten.

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