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Wesel: Geschichte neu bewertet

Wesel : Geschichte neu bewertet

Die Historische Vereinigung hat einen neuen Band vorgelegt, der unter anderem schillernde Persönlichkeiten wie Lehrer Ludwig Bischoff vorstellt. Und es gibt eine Vorschau auf die Ausstellung zum Wiederaufbau.

Spannende und fundierte Einblicke in die Orts- und Regionalgeschichte gibt die Schriftenreihe "Wesel und der untere Niederrhein – Beiträge zur rheinischen Geschichte", herausgegeben von der Historischen Vereinigung Wesel. Nach 2003 und 2006 stellt das Redaktionsteam jetzt den dritten Band der Reihe vor. In dem 204 Seiten starken Buch finden sich zehn Aufsätze von Autoren, von denen die meisten dem Leser noch vom letzten Band bekannt sein dürften. In Gedenken an die Erschießung der Schillschen Offiziere vor 200 Jahren beschäftigt sich Helmut Langhoff mit der Frage, wie es den Revolutionären ergangen wäre, wenn ein preußisches Gericht entschieden hätte. Dr. Veit Veltzke befasst sich in seinem Aufsatz "Der Schillsche Offizier Johann Zaremba oder die Last, der Zwölfte zu sein" mit dem Schicksal eines Mannes, der zwar der Hinrichtung entging, jedoch schwere Zeiten in Weseler Gefangenschaft erlebte.

Feldherr van den Bergh

Ein Schwerpunkt liegt auf Persönlichkeiten der Weseler Geschichte. Historikerin Prof. Dr. Irmgard Hantsche berichtet unter dem Titel "Ein facettenreicher Gymnasialdirektor: Ludwig Bischoff in Wesel 1823 – 1849" über eine in vielfacher Hinsicht schillernde Persönlichkeit. "Bischoff war ein Universalgenie, aber problematisch in seiner persönlichen Lebensführung", verrät Knüfer, Vorsitzender der Historischen Vereinigung .

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Horst Schroeder stellt in seinem Beitrag "Zwei Aspekte aus dem Leben Konrad Dudens" bisher nicht bekannte Einzelheiten aus dem privaten und beruflichen Leben des aus Wesel stammenden Vaters der deutschen Rechtschreibung vor. Günter Warthuysen beleuchtet die Bedeutung des aus dem grenznahen 's-Heerenberg stammenden Grafen Heinrich van den Bergh als Feldherr im Spannungsfeld des spanisch-niederländischen Machtkampfes am Niederrhein. "Obwohl van den Bergh enormen Einfluss ausgeübt hat, ist er in der niederrheinischen Geschichte viel zu wenig bekannt", so Warthuysen. Peter von Bein gibt anhand der "Frühgeschichte der Bislicher St. Johannes-Kirche" einen Einblick in die Historie des Ortsteils.

Reich bebildert ist Volker Kocks' Beitrag über "Die bauliche Entwicklung der Weseler Mathenavorstadt seit dem Mittelalter bis zum Wiederaufbau in den 1950er Jahren". Die Ausstellung zum Wiederaufbau wird übrigens am 8. November eröffnet. In den Bereich der Wirtschaftsgeschichte gehören die Aufsätze von Dr. Martin Wilhelm Roelen über "Maße und Gewichte in Wesel" und Werner Köhlers Abhandlung "Der Weseler Zoll im 20. Jahrhundert – Von der Reichs- zur Bundesfinanzverwaltung".

(RP)