Geschenke aus dem Eine-Welt-Laden in Wesel

Wir empfehlen : Weihnachten fair schenken

Geschenkideen und leckere Schokolade gibt es auch im Weltladen. Das Team stellt Lieblingsprodukte vor.

 Dass die Produkte, die in Deutschland in den Regalen landen, meist unter menschenunwürdigen Bedingungen produziert werden, ist bekannt. Und obwohl mittlerweile auch große Supermärkte einige Produkte mit Fair-Trade-Siegel verkaufen, bleibt der faire Handel eine Nische.

Von Mexiko und weiter nach Südamerika, Afrika, Palästina, Nepal, Indien. Klaus Bauer, Vorsitzender der Eine-Welt-Gruppe, steht vor einer großen Karte. Hier sind die Lebensbedingungen für Menschen am schlechtesten und von dort bezieht der Weltladen esperanza seine Produkte. Direkt vom jeweiligen Importeur, den sogenannten Fair Handelhäusern, die wiederum von den Produzenten vor Ort einkaufen. Alles ohne die diversen Zwischenhändler, die es im normalen Welthandel gibt und die die Preise für Erzeuger immer weiter drücken.

„So wird den Produzenten garantiert, dass sie menschenwürdig leben können, mit einem fairen Lohn und sortierten Arbeitsbedingungen“, erklärt Klaus Bauer. Der faire Handel sei das beste Beispiel dafür, dass Welthandel auch anders funktioniere, sagt Bauer. „Und es ist die beste Strategie gegen Armutsbekämpfung, die es gibt.“

Klaus Bauer, Vorsitzender der Eine-Welt-Gruppe, verschenkt fair gehandelten Bio-Kaffee aus Uganda. . Foto: RP/Anna Steinhaus

In Wesel hat für den Weltladen alles mit Kaffee auf Tapeziertischen angefangen. Vom Stand auf dem Markt ging es bald ins eigene Ladenlokal. Das war vor 30 Jahren.

Das Bewusstsein für fairen Handel hat sich gewandelt. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre hat sich der Umsatz des fairen Handels in Deutschland mehr als verfünffacht (von 322 Millionen Euro (2009) auf 1697 Millionen Euro im Jahr 2018). Im Schnitt gibt jeder Deutsche jährlich 20,50 Euro für fair Gehandeltes aus – zu wenig, findet Klaus Bauer. „Mit der Art, wie und was wir konsumieren, kann jeder ein Zeichen setzen“, sagt Bauer.

Kunde Ralf Schüring kauft sich einen Tischuntersetzer aus Filz. Den würde er auch verschenken. . Foto: RP/Anna Steinhaus

Und das verschenkt das Weltladen-Team:

Anja Godau-Bünck verschenkt eine Silberkette aus Thailand an ihre Schwiegertochter: „Ich mag Silberschmuck, will aber nichts tragen, für das Kinder ausgebeutet worden sind.“ Ein Stück kostet zwischen 25 und 75 Euro.

Conny Moshövel verschenkt ein kleines Deko-Fahrrad aus Madagaskar vom Fair Handelshaus Mahafaly. „Die kleinen Blechräder sind wunderschön. Und das Projekt „Mahafaly“ unterstützt so Straßenkinder in Madagaskar“, sagt Moshövel. Die kleinen Blechfahrzeuge kosten zwischen fünf und 29 Euro. „Ich würde es jedem schenken, der auf Reisen geht. Zusammen mit einem Reisegutschein oder etwas Geld.“

Klaus Bauer verschenkt den Bio-Kaffee „Bassaja“ aus Uganda vom Fair Handelshaus Gepa. „Der Kaffee hat eine super Crema und schmeckt einfach richtig gut“, sagt er. Ein Kilo Bohnen kostet 21 Euro. „Das kann man jedem schenken“, sagt Bauer.

Solarlampen von Sonnenglas aus Südafrika sind Karin Mindthoffs Lieblingsprodukt. „In den Slums in Südafrika gibt es oft keinen Strom und in den Hütten gibt es offenes Feuer. Weil es kein Licht gibt, verbrennen sich die Menschen oft. Die Sonnengläser werden mit Solarenergie aufgeladen. Sie haben aber auch einen Anschluss für ein USB-Kabel“, erklärt die Geschäftsführerin. Perfekt für alle, die gerne draußen sind. Ein großes Glas kostet 29 Euro, ein kleines 25 Euro.

Und Kunde Ralf Schüring verschenkt einen Tischuntersetzer aus Filz aus Nepal. Warum? „Ein Dekoartikel, der nicht so aussieht, als wäre er schon zehn Millionen Mal über die Ladentheken gegangen. Jedes Stück ist einzigartig.“ Im Weltladen gibt es Filzwaren in jeder Form und Größe. 22 Euro kosten die runden Filzuntersetzer. Eigentlich kaufe er gerade für sich selbst ein, doch der Untersetzer sei auch ein gutes Geschenk für seine Schwester.

Öffnungszeiten im Advent Di, Do und Fr von 10-13 und 15-18 Uhr sowie Mi und Sa von 10-14 Uhr und 15-18 Uhr. Am heutigen Samstag hat der Weltladen von 14 bis 18 Uhr einen Stand auf dem Eine-Welt-Basar in der Akademie Klausenhof.