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Geschäfte in Wesel: Politiker feilscht im Corona-Lockdown um Schuhe

Unterwegs-Chef Michael Daams ist enttäuscht : Wie ein Politiker aus Wesel im Corona-Lockdown um Schuhe feilscht

Michael Daams, Inhaber des Outdoor-Fachgeschäfts Unterwegs, berichtet von der Anfrage. Das Geschäft kam wegen ein paar Euro nicht zustande. Warum der Einzelhändler deshalb besonders enttäuscht und traurig ist.

Sachen gibt’s, die gibt’s gar nicht: Da geht doch tatsächlich ein Weseler Politiker mitten im Lockdown hin und ringt mit einem ums wirtschaftliche Überleben kämpfenden Einzelhändler um Pfennigbeträge. Michael Daams, Inhaber des Outdoor-Fachgeschäftes Unterwegs an der Hohen Straße verrät uns den Namen des Sparfuchses nicht, schildert aber erbost, wie sich das im Detail abgespielt hat.

Per Mail hatte er die Anfrage bekommen. Es ging um ein Paar Schuhe der Marke Meindl. 209,95 Euro sollten die kosten. Bei Einsatz des Stadtgutscheins wären sie für 167,96 zu haben gewesen. Das war dem Interessierten noch zu teuer, schließlich hatte er die Treter im Internet zu Preisen von 160 bis 170 Euro gesehen und verzichtete auf den Kauf in Wesel. Daams hätte übrigens auch bei einem Geschäft mit Stadtgutschein-Rabatt einen Verlust von etwa sechs Euro gemacht, weil er als Teilnehmer in das System einzahlt.

Daams fragt sich, wie das Verhalten mit dem in Einklang zu bringen ist, was man von einem Menschen erwarten sollte, der sich für Wesel und seine Bürger einzusetzen vorgibt. Laut Daams soll es sich zudem um eine Person handeln, die sich Unterstützung der lokalen Wirtschaft leisten können müsste.

Er gibt an, sich gerade durch Beratung von dem zu unterscheiden, was der Online-Handel zu bieten habe. Das gelte für alle Einzelhändler in Wesel. „Es gibt den Stadtgutschein, damit ich keine Preisdiskussionen führen muss“, sagt er. Daams ist „tief enttäuscht und todtraurig“ über das Erlebte in einer Zeit, „in der wir uns alle gegenseitig helfen müssen“.