Kooperationsvertrag Schüler sollen die eigenen Stärken kennenlernen

Schermbeck · Die Schermbecker Gesamtschule beteiligt sich an der Talentförderung in NRW. Das besiegelt ein jetzt unterzeichneter Kooperationsvertrag.

An der Unterzeichnung beteiligten sich Mara Brefort, Marcus Kottmann, Hilke Birnstiel, Rita Kersting, Christoph Droste, Thivyan Paul Raujith, Nam Bui und Alexander Thomann (v.l.).

An der Unterzeichnung beteiligten sich Mara Brefort, Marcus Kottmann, Hilke Birnstiel, Rita Kersting, Christoph Droste, Thivyan Paul Raujith, Nam Bui und Alexander Thomann (v.l.).

Foto: Helmut Scheffler

Zu den 550 Schulen in Nordrhein-Westfalen, die am NRW-Talentscouting teilnehmen, gehört jetzt auch die Schermbecker Gesamtschule. Marcus Kottmann und Hilke Birnstiel als Leiter des NRW-Zentrums für Talentförderung der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen verbanden die Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages mit der Überreichung einer Plakette mit der Aufschrift „Schule im NRW-Talentscouting“.

2011 startete das NRW-Talentscouting. Was mit Pionier Suat Yılmaz an einer Hochschule begann, hat sich seit 2015 dank Unterstützung des NRW-Wissenschaftsministeriums auf inzwischen 23 Fachhochschulen und Universitäten im Bundesland ausgeweitet. „Ich bin Ihnen dankbar dafür, dass wir das Angebot nutzen können“, sagte Schulleiter Christoph Droste den Mitarbeitern des Zentrums für die Talentförderung. Im Beisein des Schulleitungsteams, des Schermbecker Kämmerers Alexander Thomann, der Fachbereichsleiterin Ellen Weber und der Mitarbeiterin des Schulverwaltungsamtes, Stephanie Ziske, dankte Droste Beratungslehrerin Rita Kersting für ihre Koordinierung der Talentförderung an der Gesamtschule.

Marcus Kottmann und Rita Kersting erläuterten die Zielsetzung und die bisherige Zusammenarbeit. „Der Blick in unserem Schulsystem ist zu viel auf Fehler, Defizite und Unzulänglichkeiten gerichtet statt auf Stärken, Potenziale und Talente“, stellte Rita Kersting fest. Als Gründe nannte sie den Zeitmangel, Geldmangel, Personalmangel, veraltete Strukturen und Reformstau.

Umso mehr freuten sich die Lehrer der Gesamtschule, als 2020 die Talentstiftung NRW, die mit Suat Ylmaz und Marcus Kottmann ihren Anfang nahm, mit Mira Stepec und Julia Eberlein in Sachen Talentförderung auf die Gesamtschule zukamen. Der Anstoß sei willkommen gewesen und sofort vom ehemaligen Schulleiter Norbert Hohmann unterstützt worden.

2021 nahm Rita Kersting an einer Weiterbildung zur Koordination der Talentförderung NRW teil. Dankbar schaute sie nun auf die Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Talentförderung NRW in Gelsenkirchen und auf die Unterstützung durch ihre Kollegen Matthias Trost und Anette Kukuk zurück. Sie dankte auch jenen Kollegen, die ihr immer öfter Empfehlungsschreiben einreichen für die Bewerbung zur Talentförderung.

Das Talentscouting konzentriert sich auf leistungsstarke junge Menschen, deren Potenziale nicht allein durch schulische Noten erfasst werden können. Diese Jugendlichen zeigen eine hohe Leistungsorientierung, Eigeninitiative und gesellschaftliches Engagement. Jedoch können sie ihre Potenziale zum Teil aufgrund begrenzter Unterstützung im sozialen Umfeld oder fehlender Zugänge zu Netzwerken und Ressourcen nicht vollständig ausschöpfen. „Durch das Talentscouting gelingt es“, so Christoph Droste, „einer größeren Anzahl von Talenten an unserer Schule eine Perspektive für eine Berufsausbildung oder ein Studium zu eröffnen, die ohne eine gezielte Ansprache wahrscheinlich nicht möglich gewesen wäre.“

Bei dem Termin stellte sich auch Nam Bui vor. Er bietet als Talentscout an der Gesamtschule seit Ende 2023 regelmäßige Beratungsgespräche an der Schule an, in denen es um mehr als berufliche Orientierung geht. Er erlebt immer wieder, dass Jugendliche gar nicht wissen, was sie alles leisten können. Also gehe es in der Beratung darum, die eigenen Stärken zu entdecken, Wünsche und berufliche Träume zu konkretisieren und den individuell passenden Weg zu finden. Die Beratung im Talentscouting sei ergebnisoffen, sodass der Weg sowohl in eine Berufsausbildung als auch ein (duales) Studium oder beispielsweise in ein Freiwilliges Soziales Jahr oder einen Auslandsaufenthalt führen kann.

Die Schüler Thivyan Paul Rujith (Q 2) und Mara Brefort (Jg. 10) berichteten über ihre Zusammenarbeit mit Nami Bui. Gelobt wurde vor allem, dass die Beratung der Talentscouts auf Augenhöhe stattfinde. Mehr als 100 im NRW-Zentrum für Talentförderung weitergebildete und zertifizierte Talentscouts begleiten junge Leute bei ihrem Übergang in die Berufsausbildung oder ein (duales) Studium bis hinein in den Beruf.

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