Ulrike Freund (stadtelternrat) "Gesamtschule muss Aufnahmegarantie geben"

Wesel · WESel Auch nach dem Gespräch zwischen Schulverwaltung und Bezirksregierung sind für Ulrike Freund vom Stadtelternrat noch viele Fragen offen.

 Ulrike Freund, Vorsitzende des Stadtelternrates

Ulrike Freund, Vorsitzende des Stadtelternrates

Foto: Ekkehart Malz

WESel Auch nach dem Gespräch zwischen Schulverwaltung und Bezirksregierung sind für Ulrike Freund vom Stadtelternrat noch viele Fragen offen.

Wesels Schuldezernent Daniel Kunstleben hat unter anderem erklärt, dass es für alle künftigen Fünftklässler genügend Plätze gibt. Ist damit für Sie alles gut?

Freund Wie auch viele andere Eltern stelle ich mir die Frage, ob dies für Wesel bedeutet, dass alle Kinder mit Hauptschulempfehlung einen Platz an der Gesamtschule bekommen, wenn ihre Eltern sie dort anmelden.

Eigentlich ist ja gar keine andere Lösung vorstellbar, weil ja die Hauptschule seit 2016 keine Schüler mehr aufnehmen darf. Und die Realschule legt Wert darauf, nur Kinder mit eingeschränkter beziehungsweise uneingeschränkter Realschulempfehlung aufzunehmen.

Freund Das Problem ist doch, dass die Gesamtschule bislang die Drittelparität propagiert: sprich 33 Prozent Schüler mit Hauptschul-, 33 Prozent mit Realschul- und 33 Prozent mit Gymnasialempfehlung werden aufgenommen. Diese Drittelparität kann und darf unserer Meinung nach nicht aufrecht erhalten werden, damit wirklich alle Kinder mit Hauptschulempfehlung die Gesamtschule besuchen können.

Was können Sie verunsicherten Eltern von Viertklässlern raten, die unsicher sind, an welcher Schule sie ihr Kind Mitte Februar anmelden sollen?

Freund Wir raten, den Empfehlungen der Grundschulen zu vertrauen.

Teilen Sie Sorgen von Eltern, die nicht wissen, was mit ihren Kindern passiert, wenn diese womöglich in der Erprobungsphase auf dem Gymnasium nicht zurecht kommen?

Freund Natürlich. Denn wenn die Gesamtschule und die Realschule voll sein sollten, dann gibt es ein Problem. Das Thema muss jetzt in der Politik diskutiert werden.

KLAUS NIKOLEI FÜHRTE DAS GESPRÄCH

(RP)