Hamminkeln: Gesamtschule kommt nun politisch ins Rollen

Hamminkeln : Gesamtschule kommt nun politisch ins Rollen

Schulausschuss berät den Elternwillen zur Gründung einer Gesamtschule. Rund 120 000 Euro mehr für Schulbusse erforderlich.

Nach dem eindeutigen Elternvotum zur Errichtung einer Gesamtschule, liegt der Ball nun wieder bei der Politik. In seiner Sitzung am Donnerstag, 29. November, bewertet der Schulausschuss den ermittelten Elternwillen. Die Verwaltung schlägt vor, dem Rat, der am 13. Dezember zur letzten Sitzung in diesem Jahr zusammenkommt, den Errichtungsbeschluss zu empfehlen. Gleichzeitig soll das geordnete Auslaufen der Haupt- und Realschule beschlossen werden, die dann im Sommer keine Neulinge mehr aufnehmen.

Nach dem unzweideutigen Ausgang der Elternbefragung gilt das politische Okay als sicher. So kann man davon ausgehen, dass der Antrag, im Sommer mit der neuen Schule an den Start zu gehen, rechtzeitig auf den Weg kommt. Einzig offene Frage ist, wie die Zustimmung in Reihen der CDU ausfällt, die sich bis zuletzt sehr schwer getan hatte, sich auf eine Gesamtschule einzulassen. Parteichef Norbert Neß hat aber bei der Mitgliederversammlung das Elternvotum als für die Partei bindend anerkannt. Die CDU wird sich einreihen in die große Koalition für eine qualitätsorientierte Gesamtschule. 161 positive Eltern-Voten veranlassen die Verwaltung, eine Schule anzugehen, die mit sieben Eingangsklassen (je max. 25 Schüler) starten soll, zumal starkes Interesse aus den Nachbarkommunen (rund 40 Anfragen) erkennbar ist. Die Zustimmung der Eltern zur Gesamtschule muss durch Anmeldungen (1. und 2. Februar) untermauert werden.

Daran zweifelt indes niemand mehr. Die Gesamtschule soll bis zum Erreichen der gymnasialen Oberstufe in der Heinrich-Meyers-Hauptschule starten. Hier sind durch Mensa und Jugendzentrum (JuZe) räumliche Voraussetzungen für Ganztagsbetrieb vorhanden. Allerdings: Die Hamminkelner Hauptschuljahrgänge einschließlich acht wechseln nach den Sommerferien in die Kreuzschule Dingden.

Die Hauptschule Dingden stünde ab dem Schuljahr 2018/19 — ein Jahr vor Start der gymnasialen Oberstufe — komplett für die Gesamtschule zur Verfügung. Damit wären "wesentliche Teile des Raumbedarfs für eine Gesamtschule gesichert", heißt es in der Vorlage. Dennoch muss die Stadt investieren. Der Kämmerer hat für nächstes Jahr bereits 550 000 Euro dafür veranschlagt. Zudem werden die Kosten für den Schülertransport spürbar steigen. Momentan zahlt die Stadt pro Schuljahr 450 000 Euro allein für Fahrten der Haupt- und Realschüler.

Künftig muss sie rund 120 000 Euro an Fahrgeld zulegen. Hinzu kommen Kosten für Schüler aus Nachbarkommunen. Es sollen hier keine Busse gechartert werden. Auswärtige sollen bis zur nächsten Haltestelle einer Hamminkelner Schulbuslinie 13 Cent je Kilometer an Fahrtgeld erhalten.

(RP/rl)
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