Gesamtschule aus Hamminkeln wirbt um Schüler aus Wesel

Mehr Anmeldungen benötigt: Gesamtschule aus Hamminkeln wirbt um Schüler aus Wesel

Jetzt wird offensiv um Anmeldungen aus Wesel geworben. Denn die Bezirksregierung hat gefordert, die nötige Schülerzahl aus der Nachbarstadt zu rekrutieren. Dort wurden Kinder von der Gesamtschule abgewiesen.

Die Stadt Hamminkeln als Schulträger geht jetzt mit dem Segen der Bezirksregierung als oberste Schulbehörde in die Offensive, um Schüler aus Wesel zu werben, damit die Gesamtschule in Hamminkeln die nötige Anmeldezahl für einen sechszügigen Betrieb erreicht. Dies ist Voraussetzung, um den Schulbetrieb an den beiden Standorten Dingden, wo die Hauptschule ausläuft, und in Hamminkeln zu gewährleisten. In Hamminkeln hatte es bisher 130 Anmeldungen gegeben, 150 waren nötig. In Wesel mussten 23 Kinder, die zur Gesamtschule Am Lauerhaas wollten, abgewiesen werden. Bisher war Schulleiterin Anette Schmücker gegen die Aufnahme. Sie wird nun quasi angewiesen, das Schülerkontingent aufzufüllen. Wenn die Werbung denn funktioniert.

Schuldezernent Jürgen Palberg sagt dazu: "Es ist eine gute Lösung für die Region, wenn wir die Zusammenarbeit bei den Schulanmeldungen so gestalten." In der nächsten Woche werden Schreiben an die Eltern in Wesel abgewiesener Schüler rausgehen mit dem Angebot, sie in Hamminkeln anzumelden. Beide Schulträger wollen dies umsetzen. Die Forderung der Bezirksregierung, offensiv zu werben, war Hamminkeln kurz vor den Ferien mitgeteilt worden. Ob das Verfahren gelingt, ist ungewiss. Die Schulanmeldung ist Entscheidung der Eltern, niemand weiß, ob sie die Frage der Beschulung schon anderweitig gelöst haben.

Für Hamminkeln bleibt zudem die Frage offen, warum viele Kinder der örtlichen Grundschulen an weitergehende Schulen außerhalb der Stadt gehen werden, statt vor Ort angemeldet zu werden. Auf Weseler Seite stimmte nicht nur die Schulverwaltung dem Verfahren zu, sondern auch Schulleiter Dirk Timmermann. Trotz der Gefahr, dass sich die Gesamtschule Hamminkeln als Konkurrenz zu Wesel etablieren könnte.

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Zuletzt hatten sich die Grünen bei ihrer Mitgliederversammlung dafür ausgesprochen, abgewiesene Weseler Kinder in Hamminkeln aufzunehmen. "Das würde die Anmeldesituation entlasten", sagte Parteivorsitzende Gisela Brick. Dass es in dieser Frage zwischen Schulleitung und Schulträger "hakt", bedauerten sie und Fraktionschef Johannes Flaswinkel, der einen Bericht aus der Ratsarbeit abgab. Darin ging es auch um die Irritationen in der Fraktion, die eine feste Stelle für Klimaschutzmanagerin Mandy Panoscha verlangt. Erst war ihre Stelle bei den Etatberatungen im Ausschuss unbefristet verlängert worden. Dann wurde im Rat eine Befristung bis zum Auslaufen der Förderung 2021 beschlossen. Brick: "Wir wollen weiter eine unbefristete Stelle für den Klimaschutz."

Mit 25 Teilnehmern hatte die Versammlung der Hamminkelner Grünen auch deshalb Zulauf, weil Klaus Kretschmer von der Biologischen Station in Wesel über das Insektensterben informierte. 70 Prozent der Arten sind bedroht oder schon ausgestorben. Kretschmer stellte das Thema anschaulich dar und zeigte Möglichkeiten auf, wie man Insekten im privaten Garten einen Lebensraum schaffen kann. Die sich seuchenhaft ausbreitenden Schottergärten gelten in diesem Zusammenhang als warnende Beispiele.

(RP)