Geflüchtete Nigerianerin bedankt sich beim Verein Mehrhoog hilft

Nigerianerin bedankt sich bei Helfern : Eine Geschichte gelungener Integration aus Mehrhoog

Rashidat Adebayo aus Nigeria wurde mit ihren Kindern im Dorf heimisch. Nun dankt sie dem Verein Mehrhoog hilft und allen Unterstützern auf ganz besondere Weise.

Mehrhoog, der große Hamminkelner Ortsteil, ist bekannt für seine große Integrationsleistung bei Flüchtlingen. Im Dorf gibt es immer wieder wegweisende Initiativen und Hilfsaktionen, die vor allem von der örtlichen Organisation Mehrhoog hilft koordiniert werden. Aber insgesamt sind viele Helfer und Unterstützer im Boot. Eine anrührende Geschichte erzählt nun Hans-Jürgen Kraayvanger, nimmermüder Aktivist in Mehrhoog. Sie handelt von Rashidat Adebayo, die vor knapp vier Jahren aus Nigeria mit zwei kleinen Kindern, eines davon behindert, nach Mehrhoog kam – und hier eine neue Heimat fand.

Rashidat Adebayo sei damals hochschwanger gewesen und hätte schon wenige Tage nach ihrer Ankunft das dritte Kind bekommen, erzählt Kraayvanger. Trotz guter Ausbildung als Rechtsanwältin in ihrer Heimat musste sie Nigeria, das westafrikanische Land am Golf von Guinea mit rund 190 Millionen Einwohnern, verlassen. Grund war Lebensgefahr für ihr erstes Kind Ameer, das schwer behindert ist.

Das sorgte für schwere Familienkonflikte, denn die Tötung durch den Schwiegervater, der eine Art Medizinmann ist, sei angekündigt worden, berichtet Kraayvanger. Rashidat Adebayo und ihre Kinder kamen nach der Flucht nach Mehrhoog, wo sie von Beginn an von Irene Kortmann, Patin von Mehrhoog hilft, betreut wurden. Nach dem ersten Aufenthalt in der Unterkunft Belenhorst bekam die Frau sechs Wochen nach Geburt ihres dritten Kindes in Mehrhoog über die Familie Kortmann eine eigene Wohnung. „Das größte Problem, das dann vor Ort aufkam, war, dass die Abschiebung drohte, obwohl ihr ältestes Kind schwer behindert ist und ein Aufenthalt in Nigeria nie zu einer Verbesserung seines Zustandes führen konnte“, heißt es bei Mehrhoog hilft. Die Unterstützer rückten zusammen, suchten nach Wegen, um dies verhindern zu können. Vor der Familie Adebayo, den Paten und den vielen Helferinnen lag ein steiniger Weg. Durch Rashidat Adebayos respektvolles Auftreten bei Einrichtungen und Behörden waren diese sehr von ihrer angetan und wirkten kooperativ mit.

Zum bestmöglichen Start der Familie gehörte zu Beginn, die durch soziale Einrichtungen und Ärzte durchgeführte Diagnostik und die Unterbringung der Kinder in einer Kita. Um die nötigen Maßnahmen umzusetzen, mussten alle zusammen viel unternehmen. In der Folge und nach der Beschlussfassung im Jahr 2016 zur Abschiebung fanden viele Gespräche mit Juristen und Gerichten statt, in denen auch die Möglichkeiten des Bleibens vor Ort verhandelt wurde. Wieder war viel Einsatz der Familie Kortmann und von Mehrhoog hilft gefragt. „Die Folge war, dass gerichtlich entschieden wurde, dass die Familie Adebayo für drei Jahre in Deutschland bleiben darf“, sagt Hans-Jürgen Kraayvanger mit einem erleichterten Unterton.

„Wir konnten alle Hebel in Bewegung setzen, um medizinisch und sozial zu helfen. Das war sehr aufwendig“, erzählt Irene Kortmann, als Erzieherin und Heilpädagogin vom Fach. Schulen, Hilfseinrichtungen und die Verwaltung seien unterstützend tätig gewesen. Die nigerianische Familie lebte auf. Mittlerweile sind die beiden kleinen Kinder voll integriert, das behinderte Kind entwickelt sich positiv. Und die Mutter bildet sich weiter, um auch hier Arbeit bekommen zu können. So viel Perspektive und Hoffnung möchte Rashidat Adebayo jetzt mit allen Helfern teilen. Sie wird bei einem Treffen ihren Dank für den engagierten Einsatz aussprechen.

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