Wesel: Gefängnisstrafe für Drogendealerin aus Wesel

Wesel: Gefängnisstrafe für Drogendealerin aus Wesel

Wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz hat das Landgericht Duisburg eine 25-jährige Weselerin zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Bei einer Durchsuchung ihrer Wohnung waren im Oktober 2017 rund 350 Gramm Amphetamin gefunden worden, das zum größeren Teil stark verschnitten war. Bereits zu Prozessbeginn hatte die Angeklagte ein umfassendes Geständnis abgelegt. Sie gab zu, das Amphetamin von verschiedenen Lieferanten gekauft zu haben. Und sie räumte ein, das Rauschgift nicht nur zum Eigenkonsum besessen zu haben: Sie habe es auf der Straße an Konsumenten, die sie aus der Weseler Drogenszene kannte, mit Gewinn verkauft. "So habe ich meinen eigenen Konsum finanziert."

Bei der Wohnungsdurchsuchung waren neben dem Rauschgift auch eine Gaspistole und zwei Elektroschockgeräte gefunden worden. Die Anklage ging daher von bewaffnetem Handeltreiben aus, was der 25-Jährigen angesichts der Menge an Drogen eine Mindeststrafe von fünf Jahren hätte bescheren können. Doch die Darstellung der Angeklagten, sie habe die Elektroschockgeräte nur besessen, um sich damit abends auf dem Heimweg von der Schule zu schützen, war am Ende nicht zu widerlegen. Bis zu ihrer Festnahme hatte die Frau nebenberuflich versucht, ihren Realschulabschluss nachzuholen. Was die Pistole anging, so ließ sich nicht ernsthaft von einer Waffe sprechen: Obwohl eine Polizeibeamtin im Protokoll etwas von einer "funktionstüchtigen Waffe" geschrieben hatte, leuchtete selbst Laien ein, dass das nicht ganz zutreffend sein konnte. Bei der Waffe handelte es sich nämlich um einen Revolver, dem die Trommel fehlte.

Die bislang nicht vorbestrafte Angeklagte wird ihre Strafe wohl sofort im Offenen Vollzug antreten können. Dann kann sie vielleicht doch noch den Schulabschluss machen.

(bm)
Mehr von RP ONLINE