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Kreis Wesel: Gauck kommt nach Marienthal

Kreis Wesel : Gauck kommt nach Marienthal

Der künftige Bundespräsident Joachim Gauck wird Samstag in Hamminkeln erwartet. Im Klosterdorf Marienthal geht die Führungsriege der Landes-CDU in Klausur. Auch rund 50 Wahlfrauen und -männer sind eingeladen.

Der designierte Bundespräsident Joachim Gauck kommt an den Niederrhein. Am Samstagmittag wird er bei der alljährlichen Frühjahrsklausur der nordrhein-westfälischen CDU-Spitzen im Klosterdorf Marienthal (Hamminkeln) erwartet. Es wird nach der Nominierung am vergangenen Sonntag das erste Treffen Gaucks mit einem CDU-Landesverband sein. Eingeladen sind auch die rund 50 Wahlfrauen und -Männer der NRW-CDU, die den Theologen und Bürgerrechtler in der Bundesversammlung ins Amt bringen sollen.

"Die höchst erfreuliche Nachricht" erreichte Norbert Neß, CDU-Parteivorsitzender in Hamminkeln gestern Morgen. CDU-Landesgeneral Oliver Wittke hatte sie ihm am Telefon übermittelt und ihn gleichzeitig zum Treffen im Romantik-Hotel Elmer eingeladen. Für Neß schließt sich hier ein Kreis. Als Referent des ehemaligen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers hatte er bis vor wenigen Jahren die Strategietagung der Landesspitzen selbst organisiert.

Nach der Nominierung Gaucks hätten die Drähte zwischen der Parteizentrale in Düsseldorf und Berlin "vermutlich geglüht", so Neß. "Toll, dass es funktioniert hat." Marienthal-Kenner Wittke habe lapidar gesagt, dass er Gauck angefragt habe. "Er hat zugesagt." Das Strategie-Treffen der CDU-Granden beginnt am Freitagabend. Gauck wird Samstagmittag erwartet und mit den Spitzen der Landespartei, der Landtagsfraktion und der Landesgruppe im Bundestag hinter verschlossenen Türen sprechen.

Nicht nur die halbe Hundertschaft an Wahlleuten wird am Samstag für Leben im idyllischen Dörfchen an der Issel sorgen. Der kommende erste Mann im Staat wird zahlreiche Medienvertreter anlocken.

Die Polizei sieht das sehr gelassen. "Auch alle anderen Teilnehmer an der CDU-Klausur gelten als prominent", sagte Sprecher Egbert Dörnemann gestern. Es werde keine besonderen Schutz für den Bald-Präsidenten Gauck geben.

Stadt-Parteichef Norbert Neß ist in doppelter Hinsicht froh über das Treffen. "Es ist toll für Hamminkeln, dass der künftige Bundespräsident kommt, und es ist gut für die CDU." Er begrüße es sehr, dass "die Partei nicht in den Schützengräben verharrt, sondern sich dem überparteilichen Kandidaten positiv zuwendet".

Rückwärtsgewandtes "Rösler-Bashing" sei nicht zielführend, sagte Neß mit Blick darauf, dass der Chef der Bundes-FDP Gauck zunächst gegen Widerstände in der CDU durchgeboxt hat. Neß sieht in dem ausgewiesen konservativen Kandidaten jemanden, der für "Frieden, Freiheit und ein christliches Menschenbild" stehe. So gesehen sei ein Bundespräsident Joachim Gauck "für die CDU eine sehr gute Besetzung".

Hier geht es zur Infostrecke: Das sagen unsere Leser zu Joachim Gauck

(RP/rl/jul)