Gas-Pipeline Zeelink eilt mit großen Schritten Richtung Rhein

Bau der Gasleitung : Zeelink-Pipeline wächst 400 Meter täglich

Bei Kempen haben die Bauarbeiten am Abschnitt der Zeelink-Trasse begonnen. Ziel ist es, noch in diesem Jahr zwischen Rheinberg und Voerde den Rhein zu unterqueren. 2020 geht es weiter bis Schermbeck – trotz laufender Klagen.

2021 wird die Erdgas-Pipeline Zeelink des netzbetreiber Open Grid Europe (OGE) planmäßig in Betrieb genommen. Daran hat Projektleiter Franz-Josef Kissing am Mittwoch in Wesel bei er einer Präsentation zum Start keine Zweifel aufkommen lassen. Genau am 1. April haben im hiesigen Bauabschnitt 4 in St. Hubert bei Kempen die Bauarbeiten begonnen. Rund 61,4 Kilometer sind es bis zum Endpunkt in Dämmerwald bei Schermbeck. Insgesamt geht es um 216 Kilometer von Lichtenbusch an der belgisch-deutschen Grenze bis nach Legden bei Ahaus. Offene Klageverfahren am Oberverwaltungsgericht Münster beeindrucken die Akteure aktuell nicht. Sie haben keine aufschiebende Wirkung. Kißing kann aber beispielsweise auch nicht nachvollziehen, dass die Gemeinde Hünxe trotz Abratens eines juristischen Gutachters den Rechtsweg beschreitet.

Die Dimensionen sind gewaltig. Rund 100.000 Tonnen Stahl werden verbaut. Kißing spricht vom bislang größten Auftrag für Mannesmann Salzgitter. Rohrlagerplätze bei Krefeld und Wulfen sind eingerichtet. Vorbereitende Arbeiten wie Kampfmittelräumung, archäologische Untersuchengen und Baumfällungen haben stattgefunden. Ist der Graben geöffnet, wird es sehr schnell gehen. Je nach örtlicher Gegebenheit wird mit einer Verlegeleistung von 300 bis 500 Meter am Tag gerechnet. Dabei werden vorbereitete Rohrstränge mit Seitenbäumen, also eine Reihe von Kränen in den Graben gehoben.

Auf der linken Rheinseite rechnen die Zeelink-Bauer jetzt kaum mit besonderern Herausforderungen, handele es sich im Trassenverlauf doch im Wesentlichen um landwirtschaftliche Flächen. Etwas anders wird es rechts des Flusses, wo die Bebauung dichter ist. Der Strom setzt wegen besonderer Auflagen dem Vorhaben terminliche Grenzen. Zum einen sind Brutzeiten zu beachten, zum anderen scheiden Herbst und Winter aus Gründen des Hochwasserschutzes als Bauphasenb aus. Deshalb wollen die Verantwortlichen unbedingt noch bis Ende September den 550 Meter langen Düker zur Unterquerung des Rheins sowie die damit zusammenhängenden Deichpassagen zwischen Rheinberg und Voerde fertigbekommen. Unabhängig davon, ob auch das Rohr von Kempen aus dann schon bis in diese Region vorgedrungen ist.

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Die Rheinquerung gehört ebenso zu den technisch anspruchsvolleren Teilprojekten wie die Unterquerung von Wesel-Datteln-Kanal und Lippe bei Bucholtwelmen Richtung Krudenburg. Dieser Durchstich soll in einem Rutsch und ebenfalls noch in diesem Jahr gelingen, erklärte Kißing.

Der Bau der Pipeline ist Teil des Netzentwicklungsplans Gas 2015 zur Umstellung von L- auf H-Gas. L-Gas wird ab 2030 in Deutschland nicht mehr zur Verfügung stehen. Bereits in diesem Jahr werden rund 300.000 Haushalte an die andere Versorgung angeschlossen.

(fws)
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